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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
als die Obrigkeit von Venedig , der „Rath der Zehn,“ durch eingehende,bis um 1547 verschärft wiederholte Verordnungen mit ganzer Strengedarüber wachte, dass keine der Verfahrungsweisen in die Fremde ver-rat en werde. Jeder, dem es um den Besitz von künstlicheren Glas-waaren zu thun war, sah sich noch nahezu bis gegen den Schluss desJahrhunderts fast einzig auf die venetianischen verwiesen. Der Geschmackdafür griff weiter um sich. Und zu dem, was die Werkstätten selberbeständig durch den Welthandel vertrieben, wurden ihnen aus allen Län-dern zunehmend grössere Aufträge zu Theil. Ganz besonders steigertesich die Vorliebe für farbig emaillirte Gläser. Sie bestanden in einerac a mung der mit kleinen Emailplättchen ausgeschmelzten Krvstall-gefasse ( S. 835). Wie bei jenen das eigentliche Email durch Glasflüsseersetzt wurde, stellte man nun auch einzelne Plättchen in der gleichenWeise her, dazu bestimmt wiederum als Einsatzverzierung für Goldarbeiterverwendet zu werden. Noch ferner, zugleich mitveranlasst durch d> eac ahmung von Krystall, schritt man auch dazu verschiedene umfang'reichere Geschirre, vorzugsweise Schalen und Schüsseln, aus mehrereng eichförmigen Stücken, diese zuweilen mit eingeschMenen iigurenreichenDarstellungen und anderweitigem Zierrath geschmückt, vermittelst silber-ner oder sdbervergoldeter Fassung zu verbinden. Als zumeist geeignetearstellungen für Gefässe überhaupt und grössere Schalen insbesondereempfahl Paolo Lomazzo aus Mailand (1538—1600) die (altrömischen)Liebesgeschichten der See- und Flussgötter. - Die Deutschen und die
schweigend dass die Mosaik- oder Millefiorigläser erst gegen die Mitte des sech-zehnten Jahrhunderts in Venedig erfunden seien. Einzig darauf hin hat manmeine oben (S. 457) ausgesprochene Ansicht einer Verfertigung derselben z“Ende des fünfzehnten Jahrhunderts als irrthümlich bezeichnet. J. Labarte stütztsich wesentlich darauf, dass Cocceius Sabelhcus in seinem um 1487 in Venedig erschienenen Werke „de Venetae urbis situ “ da, wo er (L. 111.) von der Man-nigfaltigkeit und Pracht der venetianischen Gläser spricht, derartiger Gläser wgedenkt. Indessen, ganz abgesehen, dass dies immerhin noch nicht als ein » us 'ftTom • 8lcheres Zeugniss dagegen zu betrachten wäre, spricht doch Sabett&'f(loi. 90) m der That mindestens von „brevi pila indudere omnia florum genera ,was denn, und doch auch gewiss mit vollem Grunde, auf Millefiori g edeuteward (F. Kugler. Geschichte der Baukunst IV. Die Renaissance in Italien von
j ^ l ^ rC * C ^ ar ^ t ‘ ^ uc * em a ^ er wurde ja die Verfertigung ebensolche 1 *
oder doch ihnen ganz ähnlicher Gläser schon im höheren (römischen) Alterthuniin grösster Vollendung geübt, wie zahlreiche Ueberreste bezeugen {Katalog emfSammlung von antiken Kunstgegenständen etc. des Freiherrn von MinutoU-Leipzig 1858). Wohl sicher ging das Verfahren nicht gänzlich verloren, sondern*TWvV ,elleicht 8uch in «bgeschwächtem Grade, wie so viele kunsthondwerklicho»Bethatigungen des Alterthums, auf Byzanz, und von hier, etwa spätestens o®
1 ® des fünfzehnten Jahrhunderts durch übersiedelnde Griechen, auf v ®'
i ? r ’ Um dann scheinbar (neu) erfunden und allerdings auch wohl vielausgebitdet zu werden.