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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
und strebte auch die minder bedeutenden, wie Gesimse, Platten, Kacheln,Stubenöfen u. dgl., thunlichst kunstvoll durchzubilden. Inwieweit diesin Wahrheit gelang, dafür legen noch zahlreich erhaltene Gegenstände,wie Prachtöfen und zierliche Modelle von solchen bewunderungswertheZeugnisse ab.* Und fertigte man nun auch in gleicherweise selbst um-fangreichere Kirchengeräthe, wie Stühle, Kanzeln u. A. m. VorzüglicheArbeiten derart lieferte Melchior Tatze, von welchem sich zu Strehla in Sachsen ein so behandelter Kirchenstuhl von 1565 befindet. Uebcr-dies hatte man inzwischen, etwa seit Mitte der vierziger Jahre, auc ^
schon allgemeiner gelernt das Steingut mit den verschiedensten
Schmelz- (Email-) Farben zu verzieren. Fortan wurden neben den cm-und melntönig glasirten Waaren, stellenwcis überschmelzte Geschirre,hauptsächlich Ivriige oder „Humpen“ vorwiegend beliebt. Auch bildeteman nun diese Geräthe im Ornament noch reicher aus, wobei denn ins-besondere die Kriige mehrentheils ringsherum, oben und unten, in '*'schmäleren und breiteren Zierstreifen nebst dazwischen geordneten Einzelfiguren geschmückt wurden. Anfänglich wählte man dafür gernciWolieber die Bildnisse altrömischer Kaiser oder Helden und allegorischeDarstellungen, später jedoch, mindestens seit dem Beginn der achtz.ig erJahre, zumeist die Figuren der zwölf Apostel, wonach man solche Ivrü8®selber als „Aposlelkriige“ bezeichnete. Diese Krüge fertigte man, he<sehr unterschiedlichem Umfange, fast durchweg kurz cylinderförmig unversah sie, wie auch die grössere Zahl der sonstigen Krüge, mit eine 111Henkel und einem charnierbeweglichen, zuweilen verzierten Deckel v ° nZinn . In Verfertigung von kleineren Apostelkrügen erwarb sich inFolge vor allem Creussen bei Bayreuth einen Ruf. Gegen Ausg a,, °des Jahrhunderts brachte man auch, obschon immer nur spärlich, lcicb ,eVergoldung in Anwendung. Berühmte Töpfer zu dieser Zeit war cnunter anderen Michael Christmann (um 1595) und Georg Lcupold ( ll,T11600). — Ziemlich gleichzeitig mit der reicheren Entfaltung des Beti' eüberhaupt, seit dem Schluss der fünfziger Jahre, liess es sich zuvördef 0Delft ausserdem angelegen sein, die durch den Handel von China 11Japan nach hier eingeführten Geschirre möglichst täuschend nachz 11ahmen. Da es jedoch ebensowenig wie in Italien gelang, eine ^Grundstoff entsprechende Erdmassc herzustellen, blieb mau auf die E a
tlich ^
’ Vergl. Pr. W. Lübke. lieber alte Oefon in der Schweiz , namenKanton Zürich ; m. Abbildg. in den „Mittheilungen der ntiqminsc ^j| ( )urigschaft in Zürich“ (Zürich 1865). XIX. S. 161 ff; dazu die photograph. Ades Modells eines überaus reich behandelten Stubenofens in „ io g ^ v o®Album. Darstellungen von Kunsfgegenständen aus der Sammlung • j e rMinutoli zu Liegnitz .“ Mehreres Ausgezeichnete der Art unt. a„A- btheilung kleiner Kunstwerke“ des k. Museums zu Berlin .