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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
keit und dem Schmucke seltner Möbel als auch in kostbaren Wirkereienselbst seine Könige übertraf. Als man dies nach seinem Tode zuversteigern wollte, konnte man bei der Ueberfülle kaum das Ende avon absehen. Unter diesen Gegenständen befand sich auch ein gewirZelt mit der Darstellung der Schlacht von Pharsalos , das sich mit enl ®^der beiden Zelte des verstorbenen Königs vergleichen konnte, die ujeden Preis waren, und zwei äusserst kostbare Tapeten vonSammt mit persischem Golde durchwirkt.“ Und dennoch galtenWirkereien, welche der Cardinal von Amboise besass, im GanzenVieles prächtiger. — Wohl wesentlich mit in Anbetracht des allgemeinewachsenden Bedarfs und der ausserordentlichen Summen, die dadem Lande entzogen wurden, auch um der eigenen Liebhaberei n ‘Gefallen genügen zu können, unternahm es Franz I. im Jahre 1^39 ^Fontainebleau eine Werkstätte für „tapisseries de haute h sse ^gründen. Ohne irgend Kosten zu scheuen, schritt er unvorziiglich v 'besetzte sie mit flandrischen und französischen Arbeitern und uuedie Oberleitung gemeinschaftlich Philibert Babou und dem Maler Sebastia^Serlio . Obschon daraus kaum ein Gewinn erwuchs, nahm sich denHeinrich II. nicht allein dieser Werkstätte an, vielmehr richteteeine von ähnlichem Umfange zu Paris im hospice de la Trinite ^welcher Lambert als Zeichner Vorstand. Auch diese bethätigte ^hauptsächlich für den König und den Hof, beide nun jedoch derge ^dass sie Bestellungen nach Flandern fernerhin unnöthig machten. ^unter anderen lieferte letztere für Gatharina von Medicis einenEllen hohen Wandteppich von dreiundsechzig Ellen Länge mit dei cgewirkten Geschichte von Mausolos und Artemisia, diese durch Cathaverbildlicht, welcher von 1570 bis um 1660 zehnmal wiederholt ^ urSelbst während der bürgerlichen Wirren blieb diese Werkstatt inkeit bis auf Heinrich IV. , der sie dann dadurch von neuem belebte, * ^er um 1595 geschickte Arbeiter in Gold und Seide aus Italien ^ eran ^°und als Vorstand den Wirker Laurent und den Maler Dubreuil ernaIm Uebrigen hatten sich allmälig bis gegen die Mitte des Jahrhunauch in Italien einige grössere Werkstätten der Art erhoben,Erzeugnisse indessen, wenn auch im Einzelnen ausgezeichnet, minu. ^in der Ausdehnung und Sorgfältigkeit der Ausführung, die franzos' 3und flandrischen nicht erreichten. Berühmte Arbeiter von „Hautenwaren um diese Zeit in Brüssel, Florenz , Mantua und VeneJoha7in Baptist und Nicolaus Rossi. ^ e n
Ganz ähnlich ging es mit der Stickerei und mit dergeptes sLederarbeit zu Tapeten und Ueberzügen. Neben der Gewandstic cdie sowohl in Italien , als in Frankreich , England und Detits ^land, wie vorzüglich in Cöln am Rhein , fortdauernd fleissigst ,S e