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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

präge von blossen Schau- und Prunkstücken, eben ohne damit n° cirgend einen Nützlichkeitszweck zu verbinden. Von den üblichen wes ^tungen (S. 470) kamen die sogenanntenBrunnen* undDreifü sse ^mehr in Abnahme, dieSchiffe jedoch blieben sehr beliebt 4 un erfuhren wohl selbst im Einzelnen, ganz abgesehen von ihrer Verzieiungieine noch künstlichere Durchbildung, indem man sie wie eine v °sachgetreue Nachbildung eines wirklichen Seeschiffs,* einer woimannten Galeere oder segelfertigen Dreimasters u. dergl., behandelte.Inventar der Maria Stuart (um 1586) befand sich 8eine grosse ne < 0 fvergoldetem Silber in getriebner Arbeit, im Werthe von fünfmalThalern. Zugleich mit solchen förmlichen Schiffen behauptetenauch die seit Alters alsnefs bezeichneten Tafelbestecke (S-

S. 432). Die berüchtigte Satire auf das Hofleben Heinrichs III-iIsles des Hermapfirodites, liess deren Gebrauch nicht unberührt, ' ^mehr bemerkte ausdrücklich:Ganz am Ende der Tafel befindet sicziemlich grosses Gefäss (vaisseau) von vergoldetem Silber und Sciselirt in Form der nef, ausgenommen dass es zum Halten unddienung über Tisch mit einem Fuss versehen ist. Wie ich sah, 1 2 ^es dazu, den Fächer und die Handschuhe des seigneur-dame des ^aufzunehmen, als er angekommen war. Denn dieses Gefäss öffneteschloss sich an beiden Seiten, von welchen eine die Servietten em ; 1In Frankreich wurden derartige Bestecke noch bis zu Ende de» a ^zehnten Jahrhunderts, allerdings mit Veränderungen und unter ^ ernennung Cadenas, von der Hofetiquette gefordert. Nebenher tal \ n jg Cgleich anfänglich mancherlei andere Gestaltungen auf, davon sichsehr bald als Ersatz derBrunnen undDreifüsse allgemeinerei ^erfreuten. Es waren dies theils Kelch-ähnliche Ständer oder von (zumeihohen) Füssen gestützte Schälen-förmige Platten, reich mit O r « allje o ^^bedeckt, darauf sich gemeiniglich inmitten ein kunstvoller Zierrath eltheils seltene mit Goldarbeiten ausgestattete grosse Muscheln, ' vie , e _Nautilus u. a., theils aber quell, wie schon seither, in Kund dmcführte Darstellungen aus dem Menschen- und Thierleben, der P» a ^weit und dem Bereiche des Leblosen oder rein Sachlichen. H a % j.denn, je auf einem eignen besonders geschmückten Untersatz alsbild oder zu Gruppen geordnet, komische und ernste Scenen genremas ^und geschichtlichen oder allegorischen Inhalts, kriegerische Vorkomi» 111

1 Abbildgn. von kleineren Gerätlien der Art unt. and. bei F-hold. Miscellanea Graphica etc. PL II, und D. van der Kellen.Oudheden. Antiquites des Pays-Bas. PI. XLV.

2 Ein so durcligeführtes Werk in der Ambrasersammlung zl *

Primisser. Die k. k. Anibrasersamnilung S. 226. *

8 M. de Labord. a. a. O. S. 404 (Art.nef).

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