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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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891
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B- Geräth. Hausgeräth; Zimmermöbel: Schränke, Truhen (15001600). 891

stützt oder das Ganze von Leistenwerk umrahmt ( Fig. 336)] dies Alleszumeist in seinen einzelnen Theilen, so auch mit nur seltenen AusnahmenKücken wand in ganzer Fläche, in reichstem Maasse ausgeschnitzt.Sowohl die sonst sehr beliebte, treppenartige Anordnung der Tragebretter,*ds auch die vorn überhängenden Bedachungen verschwanden vollendsl v urgl. g. 487). In der Art der Aufstellung verfuhr man wohl noch wieseither, nur dass sie immer seltner von der Wand ab, frei im Kaumßeschah, wozu sich eben allein die unterhalb völlig offnen Etageren ohneKückenwand, und die Tafeln mit Schränken nur dann eigneten, wenn siegleichfalls ohne Rückenwand, ringsherum verziert waren. Uebcrdies gabes i Wenigstens noch während der ersten Hälfte des Jahrhunderts, auch*uanchcrlei kleine Gestelle unter denselben Namen, die mit jenen Formendurchaus nichts gemein hatten. So unter anderen besass Karl V. ,® llt seines Inventarverzeichnisses 1 (um 1536)einen kleinen goldnenKaum, genannt credence, besetzt mit sieben Blüthenquasten ( houppes)Von grossen Saphiren, zwei kleinen und acht Schlangcnzungen (Hangue-^ er Pentines ). Es w r ar dies also jedenfalls ein Tafelaufsatz, etwa zu dem^' Vec k, an oder auf den Aesten einzelne kleinere Prachtgeräthe zu tragen." Knd ganz dcmähnlich gestalteten sich die Schautische ( dressoirs ,|re«ors), höchstens dass diese, da lediglich zur Aufnahme von Kost-arkeiten bestimmt, bei vorwiegend reichster Ausstattung, in GestaltungCr Kachgestelle und ihrer verzierenden Behandlung, wie auch in Ver-ödung von Ueberdecken, noch vielseitigeren Wechsel erfuhren,j K>ic Truhen oder kofferartigen Laden und die (hohen) Schränkefanden nebeneinander fort, noch ohne sich den Rang streitig zu machen.

Beide behaupteten in denFO- Wohnräumen ihre Stelle

längs der Wand; auch dien-ten die Truhen fernerhingelegentlich als Bänke(S. 481). Zugleich abererweiterte sich die Ver-

wendung der Schränkezur Aufnahme jeglicher

Gegenstände, als auch ins*besondere von Kleidern,

ö w'* C ^' C sc h werstoffigen Reifröcke u. A., geradezu erforderten aufgehängtWahr ldCn während sich der Gebrauch von Truhen allgemeiner aufVer-K| ei r d Un ? Vo « Linnenstoffen, Tischzeug, Bettzeug, Leibwäsche und solcheUn gsstückc beschränkte, die ein Aufeinanderschichten und Zusammen-

1 M. D

e Laborde. Notice des fmnux II. S. 233.