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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

spielten. 1 Daneben indessen blieben die altherkömmlichen (ein-, z "' e)und mehrtheiligen) Sand-Uhren, wenn schon nicht minder in demähnlicher verzierender Umgestaltung, in bei weitem überwiegendem Gebrauch. Zu dem Inventar von Fontainebleau zählte (um 1560 ) 2 » enieUhr (orloge) als Pyramide auf einem Felsen, eingefasst von vergoldeter,emaillirter und mit mehreren Steinen besetzter Silberarbeit, das Ganzeruhend auf drei Ungethümen ( monstres ).

Für die (Stell- und Wand-) Spiegel wählte man bald nach Beginndes Jahrhunderts fast ausschliesslich noch Glas mit rückwärts aufgeschmolzener Folie, welche bis zum Schluss der achtziger Jahre, ' v0 ^ aSaus Zinn und Quecksilber gebildete Amalgam allgemein in Aufnahmekam, aus einer Mischung von Blei und Harz bestand 8 (S. 858). D°vermochte man immer noch nicht grössere Glastafeln herzustellen,dass auch die kostbarsten Spiegel kaum schon das Maass von zwei Fusserreichten. Ihr Schmuck, die Umrahmung, entfaltete sich innerhalb egegebenen Formen in Schnitzerei, Marqueterie, Metallarbeit, Bemalung)Vergoldung, Einfügung von Steinen u. s. w. zu höchster Verschieden!und Pracht. 4

Neben den altüblichen Feuerungsgeräthen, den Ivarainständernoder Feuerböcken, Feuerzangen, Gabeln und Spiessen (S. 488), fm 1 endie seither nur ausnahmsweise benutzten Blasebälge die weiteste Wrbreitung, was insgesammt seine verzierende Ausstattung nun ebenim Geiste des neuen Geschmacks wechselte und gelegentlich ungern® 1 ^bereicherte; 5 ingleichem die noch sonstige Fülle von eigentlichen Kl® 11 ^geräthen zu verschiedenartigsten Zwecken, welche fortdauernd ® c ' iretheils, selbst bis zum Geringsten herab, in Verwendung kostbarsterwahrhaft künstlerisch behandelt wurden. Nur beispielsweise seien uI1( jwähnt: 6 (Um 1556)ein goldnes Besteck zu einem ZahnstocherOhrlüffel, gänzlich von durchbrochner Arbeit, emaillirt mit rothenweissen Kronen, und (um 1599)zwei goldne Bestecke zur\erwa r °

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1 S. ausser den Abbildgn. in den oben (S. 807) genannten unu fürgen näher bezeichneten Werken , den geistvollen Entwurf zu einer ge j n eHeinrich VIII. von Hans Holbein , bei A. Woltmann . Ilolbein un

Zeit H. S. 312.

2 M. De Laborde. Notice des cmaux II. S. 416. 0 ,

8 F. Vogel. Geschichte der denkwürdigsten Erfindungen I. 8 . 47

4 Vergl. zu mehrfachen Abbildgn. in den vorgenannten Werken <* ^

reichen Beschreibungen (von 1500 an) bei M. De Laborde a. a O. ®'jj ne a u -

6 Ueberaus reich behandelte Blasebälge s. unter andern bei A- s^s e er f 5 gcke>Meublcs et armures anciennes. Nr. 13; nächstdem, bes. über die I eU ^ jfl ;Viollet-Le-Duc. Dictionnaire raisonne du Mobiliers francais etc.

S. 142.

6 M. De Laborde a. a. 0. S. 242; S. 216.