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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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901
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B. Geräth. lvirchengeräth; Gefässe: Kelch u. s w. (15001600). 901

Von Scheren, das eine durchaus mit Diamanten, das andere mit Dia-manten und Rubinen besetzt.

Eine Portgestaltung der kirchlichen Geräthe fand seit der Aus-re 'tung der neuen Lehre, etwa seit dem Beginn der dreissiger Jahre^esentlich nur noch innerhalb der alten Kirche statt. Wenn auch dieut herische Kirche in diesem Punkte ebensowenig, wie in der liturgi-s chen Tracht (S. 797 ff.), mit der Strenge der (schweizerischen) refor-f llr ten Kirche verfuhr, keineswegs, wie diese, jegliches Geräth ver-^nnte, begnügte sie sich doch mit dem, was ihr überkommen war, diesr den.kirchlichen Dienst auf das Nothwendige beschränkend, und fallsj Wie etwa bei Einrichtung neuer Räume, zu geräthlicher AusstattungSeriötliig-t wurde, damit, solche im Geiste ihrer Lehre ohne Aufwand^beschaffen. Zudem hielten die protestantischen Länder, ebensoD &la,ri d, gerade hinsichtlich dieser Geräthe an der herkömmlichen ger-manischen Form bei weitem am längsten, mehrentheils bis gegen den^ uss des Jahrhunderts ziemlich fest. Die übrigen Länder folgten auchrin der Renaissance um vieles zwangloser: Italien von vornherein,li , len und Frankreich mindestens seitdem sie daselbst im (welt-^ en ) kunstbaulichen Betriebe festeren Boden gewonnen hatte. Ueber-a apt aber verlor das kirchliche Geräth, auch da nunmehr seiner Ge-Un g nach abhängiger von dem weltlichen (S. 858), sein strengeres,es i. Schliches Gepräge, ja theilte in der Folge mit jenem, soweitie Zweckbestimmung zuliess, in Grundform und Verzierung jedwedek ! ann igfaltigkeit, nur dass zu seinem Schmuck allerdings Darstellungenst 1 IC * 16n ^Ealts, wie Scenen aus der heiligen Geschichte, Engelsge-in ^ n S e 'skö])fchen, Heilige, religiöse Sinnbilder u. A. m. vorwiegendZuwendung blieben.

? r «ss^ le ^ erste ^ un S l, nd Behandlung der heiligen Gefässe, fortdauernddie en .^ le ^ s eine Hauptaufgabe kunstgeübter Goldschmiede, erhielt durchdie 'p- eine neue > f ,e i ere Richtung, indem an sie die Forderung herantrat,Eeh v 6 an ^kisirender Formen, bei ihrem Widerspruch zur christlichen^* escr thunliehst in Einklang zu setzen. Was hierbeid er e ' t gesclimaeke und den sonstigen, äusseren Bedingnissen nach inc ken 1 eaanuu tfassung nicht mehr zulässig erschien, musste somit schmü-^ e iwerk von christlich-kirchlicher Bedeutung ersetzen, wenn

Gef:- e * )enf alls im antiken Geiste durchgebildet. Auch das wesentlichev etSc | ) ^ Ucr Kelch, ward dem unterworfen. Seiner Hauptgestaltung nachdein Iri0 ^ er nun unter Aufgeben jeder für ihn überlieferten Form, mitSe ' | ier^t^ iC ' 1en ^ e ^ ie völligst (S. 879), suchte dies jedoch stets mit8° jj Stimmung durch verzierende Zuthaten inhaltlich auszugleichen.a en w ar auch der überaus prächtige Kelch, welchen Benvenuto