922
II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.
s e m Punkte auf längere Zeit hin als mustergültig bestehen konnte. Dervor dem selbst für kleinere Geschütze erst nur ausnahmsweise angewandte,hinterwärts getheilte (Stück-) Karren (S. 504) wurde zu einer zweirädrigenförmlichen Doppellaffette, schon nicht unähnlich der noch heut üblichen,ausgebildet, und nun für Röhren von vier bis acht Fuss Länge (Falk-hannen, Falkonetten, Feldschlangen, Metzen u. a.) durchgängig einge-führt; die Block-LafFette, neben mancherlei sonstigen Verbesserungen,mit zwei und vier Rädern, auch immer häufiger hinterwärts mit einem,um einen Mittelpfiock beweglichen Rädergestell nebst Bespannwerk ver-sehen (Fig. 348), und das unterschiedlich grosse Wurfgeschütz (Mörser,Mortier, Meerthier , Hauffnitz, u. s. w.), das gemeiniglich ohne Räder bc-
Fig. 348.
lassen ward, zu möglichst leichterer Handtierung bedeutend verbessert. Di ßAnoidnung zum Richten und Stellen blieb freilich im Ganzen, ja vereinzelt, so bei den Mörsern bis gegen den Schluss des Jahrhunderts, alltden (bei Mörsern vorn oder unterhalb, bei den Langeschützen hinter-wärts) mit der Laffette verbundenen Doppelbügel nebst Stellpflöcken, z umTheil sogar auf die einfachen Unterschiebkeile beschränkt, wurde aberebenfalls sorgfältiger behandelt; auch das Rohr am Ende nun stets,es leichter heben zu können, mit einem Ringe ausgestattet. Bei alle”em fehlte es nicht an Schmuck. Die Röhren, obschon vorwiegend durcgängig rund gegossen, erhielten gelegentlich eine mehrfache Abkantungganz ic i oder stellenweis; dazu fast ohne Ausnahme hie und da, haup