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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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923
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B. Geräth. Kriegsgernth; Geschütze u. s. w. (15001600). 923

sächlich an der Mündung, dem unteren Ende und als Begrenzung desittieren Theils, eine erhobene, breitere oder schmälere, profilirte, reifen-ormige Umfassung, und überdies nicht selten dazwischen ein Gemusterv °n flechtwerkartig verschlungenen Bändern, Kreuzungen, nebeneinanderulenden Halbwindungen, Langstreifen, Facettirungen u. s. f. oder auchv üflig erhobene Bildnereien. Selbst die Gestelle wurden verziert, bis-We flen sogar die Räder künstlich geschnitzt. Auch betraf dies nichtnur das Feldgeschütz, sondern auch das schwere Belagerungsge-c ütz, wenn schon bei letzterem eigentlich nur das Rohr, da für diese.lützart fl> e Untergestelle noch melirentheils erst am Orte ihrer Be-stimmung hcrgestellt wurden oder doch bloss in Balkenwerk nach Art^ ner Schleife bestanden. Eine solche Schleife diente denn zugleich zum^ansport, welcher durch zahlreiches Vorspann, vermittelst untergelegteralzen oder auf einem schwerfälligen niedrigen "Wagen geschah, nach-tu man das Geschütz mit einer gewaltigen Hängewinde darauf gehoben.ei einzelnen Arten von kleineren Geschützen befand sich das Räder-P aar nahe der Mündung und das Bespannwerk vor derselben, während^derum andere, noch fast völlig den älteren Karrenbüchsen glichennur ^ ass s e grössere Räder hatten. Zufolge eines umfassen-n p gleichzeitigen) Bilderwerks in der Ambrasersammlung zu Wien 1 ^Bthielten die Zeughäuser Maximilians /., von denen die beiden bedeu-sten zu Innsbruck und Wien bestanden, was der Krieg irgend er-er te, mithin nächst Pulvergeschossen alsMetzen, Basilisken, Feld-angen, Falkoneten, Hauffnitzcn, Mörser, Hackenbüchsen, Kämmer-ei a,1 gen und Handhüchsen, auchStreitwägen, Armbruste und Pfeile^yden (Zeug zum Steinwerfen), Hagelgeschütze, Durchbrüche, Sturm-Theken, Steigzeug (Sturmleitern), Züge (Winden), Brechzeug, Handbögen,^attel, Heerhiitten oder Zelte, Spiesse, Pavesen (grosse Sturmschilde),? g0,n » Pulver und anderes Gezeug. Die Rohre wurden mir nochger^ aUS ®* sens l ; äöen zusammengeschweisst, geschmiedet oder in sonsti-nnd^ terei ^ e,se gefertigt, sondern gegossen, von Eisen oder Bronze,j a h niltl vielfältiger nachgebohrt, was durch die um den Beginn desq r Un derts von Nürnberg ausgehende Verbesserung der Bohrwerke an^^uauig^ejj. gewann. Auch kamen neben fortgesetzter Anwendung von^einkugein und geschmiedeten Eisenkugeln, welche ebenfalls iniibe^ ^ vorz üglich gearbeitet wurden, 2 gusseiserne Kugeln weitUTid r 7 ieeend * n Gebrauch. Dessen ungeachtet freilich blieb es noch jetztS toff erner nicht aus, dass man Geschütze auch aus mancherlei anderenen > J a sogar von Holz beschaffte. Doch zählte dies nun, abgesehen

' s Primigger. Die k. k. Ämbrageraamnilung S. 282.Joh. Neudörffers Nachrichten u. s. w. S. 24.