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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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Geschichtliche Uebersichf.

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, 16 Geräuschlosigkeit mit welcher sie in scheinbar bescheidner Zurück-laltung alle Fäden zog und verknüpfte schützte sie vor jeder Gefahr.

Aber mit diesem Umschläge und der Verödung des Hoflebens,Richer nur sehr wenige Kreise, wie der des Herzogs de Bourgogne,°ch auch nur f ör kurze Zeit cin Gegengewicht zu halten wagten, tratena sbald die tiefen Schäden um so fühlbarer hervor. Die fortdauernd rück-^itslose Vergeudung innrer und äusserer Kräfte, die Ruhmsucht des8 h'gs der Einzige, der Allmächtige zu sein, die ihn zu steter Erwei-erung seiner Vergrösserungspläne antrieb, hatten längst Maass und Ziel'erloren. Der in Herbeischaffung von Mitteln unerschöpfliche Colbertai todt (1683), und sein Nachfolger Letellier den Verhältnissen weniggewachsen. Die Finanzzerrüttung offenbarte sich schnell, ohne dass sichei König irgend in seinen Plänen beirren liess. Ungeachtet er im Kampfeahezu mit halb Europa beständig vom Glücke begünstigt gewesen undp Ur allseitig höchstgebietenden Macht gehoben worden war, folgte er seinen" r °berungsgelüsten nun erst vollends unumschränkt. Mit allen Nachbar-Maaten im Kriege, reizte er deren Erbitterung. Doch als er gar in blindem_ ln (1685) das Edict von Nantes aufhob, wodurch er überdies bei'M'tem mehr als eine halbe Million der betriebsamsten Arbeiter mit ihrenapitalien aus dem eignen Lande entfernte, zugleich die protestantischenachte gegen sich aufs tiefste erregte, da war es auch mit ihm abgethan. Deraldniangel war nicht mehr zu bewältigen, ja schon um 1689 der Staats-atz derartig geschwächt, dass nicht einmal die fälligen Gehälter anle Beamten gezahlt werden konnten. Alles vereinte sich gegen ihn, umae| nen Uebermuth zu brechen, ihn die Nichtigkeit irdischer Grösse inler bster Gestalt fühlen zu lassen. Als auf dem grossen Congress^ Bysswik (um 1697) die Friedensschlüsse endeten, war die gegen-8eiti ge Freiheit und Unabhängigkeit der Staaten im Ganzen behauptetsicher gestellt, in Frankreich dagegen der Handel gestört, das, 3n d seiner besten Arbeiter beraubt, verödet, arm, und mit einer Schuld^ neunhundert Millionen Franken belastet. Der einst so vergöttertev ° n£ aber siechte in Missachtung dahin, selbst im Sterben (1715) aucha n der nächsten Umgebung verlassen. Doch die eine Genugthuung* den Volke allerdings, fast überall durch seine Form und geistige

u tur gesiegt zu haben.

. binglarul ging in engerer Geschlossenheit, unberührter von demd U:iSen getriebe, seinen eigenen Weg. Wohlgeordnet, in sich gekräftigtu se ne grosse Königin, im Handel und Gewerbe erblüht, gestützte " d festigt durch die Erfolge der von ihr geschaffnen Seemacht, kam® i fast Uneingedenk seines wiedergewonnenen Freiheitsstolzes, seinem^tuge, JaJcoi j (1603) entgegen. Auch der König versäumte nicht, n Allem geneigt zu erweisen. Indessen, so wenig er vermochte