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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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III. Das Kostüm des 17. Jahrhunderts.

in dei Folge weiteren Anklang (s. unten). Die Manschetten

dauerten fort, sich ganz ähnlich wie die Krügen zu reichen Spitzenmu-schlägen gestaltend.

Die Bekleidung der Beine änderte sieh gegenüber dem. Wammsegewissennassen gegensätzlich dazu, ausgenommen die der Unterschen-kel, welche als Strumpfhose verblieb. Neben den beiden noch längerfortbestehenden Gestaltungen, der weitbauschigen geschlossenen, und derfaltenlosen unten offnen Kniehose (Fig. 224-, Fig. 225), bildete sich imAnschluss an die letztere, so wie auch an die vor dieser üblichen engemgeschlossenen Kniehose (Fig. 223), fortschreitend mit dem Wammse, eine

Fig. 353.

massig weite, faltige Hose aus, welche mindestens bis etwas über dieKnie, bei weitem häufiger aber bis zur Wade, auch noch tiefer herab-reichte, und unten, nun ähnlich ihren beiden Vorläufern, offen gelassenoder vermittelst eines Bandes geschlossen ward (Fig. 352 ff.). Nächstmancherlei, zumeist reicher Ausstattung durch Borten, Knöpfchen u. dgb,erhielt sie gewöhnlich, war sie offen, unterwärts ringsum einen Besatzvon Bandwerk (Fig. 354), auch wohl statt dessen, namentlich später, vongekrausten oder glatten Spitzen, und war sie zum Schliessen bestimmt»einen Schmuck dadurch, dass man die Bindebänder auswärts zu breitenSchleifen mit langherabfallenden Enden verknüpfte (Fig. 353 6.) Zudem