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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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987
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A. Tracht. Frankreich . Kleidung der Männer (16001650). 987

oder rundbodigen, breitkrempigen Hüte durchaus den Vorzug, bald so-gar bis zur Ausschliesslichkeit (S. 580). Man trug sie, bei unterschied-licher, meist bedeutender Verbreiterung der Krempe, diese auch wohl«ach oben gebogen, von weisser oder lichtbrauner Färbung, nur seltendunkler oder gar schwarz, mit zweien, höchstens drei Federn, einerheissen und einer rothen oder, später, ausserdem einer blauen, von ziem-licher Breite. So bis kurz vor dem Tode des Königs (1643), da manbegann, sie zunehmend gegen steife, abgestumpft-leichtkegelförmige,Schwarze Hüte mit gerade abstehender schmaler Krempe, meist ohneFederschmuck, zu vertauschen.

ßas Wamms wurde schon im Verlauf der zwanziger Jahre, unterFortdauer seiner älteren Form ( Fig. 351 d), welche sich seitdem verlor,z u mehrer Freiheit der Bewegung, von Tlieil zu Theil merklich umge-wandelt;. Von seinem engeren Anschluss am Körper vermochte mansich nicht leicht zu trennen. Doch wirkten die Veränderungen, denens unterworfen ward, auch darauf zurück. Die sonst beliebten sehrschmalen, mehrfach geschlitzten Schossklappen (Fig. 224) erweitertens*ch zu Schössen, gemeiniglich von solcher Länge, dass sie den Unter-e 'b bedeckten (Fig. 352ab). Zugleich rückte die Taille, insbesonderer ucklings, höher (Fig. 352 a; Fig. 354 b), oder ward gänzlich aufgegeben,ül ul dann zuweilen ziemlich dicht unterhalb der Brust durch eine Reiheiarbigen Schleifen eben nur angedeutet (Fig. 353; vgl. Fig. 351b)./ e Achselklappen, schon vordem spärlich, wurden noch weniger beliebt,ls dass sie in den vierziger Jahren zu den seltensten Ausnahmenz ahlten. Auch die Ermel erweiterten sich. Unter Aufhören der Hänge-er Wel erhielten sie nun einestheils eine diesen ähnliche Gestaltung, indem" lan sie, um das darunter getragene Weisszeug zeigen zu können, vorner ganzen Länge nach öffnete (Fig. 353), anderntheils wiederholte manen bereits veralteten Gebrauch sie oberhalb, unterhalb oder inmittenrin g9iun gitterartig zu schlitzen (Fig. 352 b; Fig. 354), davon man je-°ch nach den dreissiger Jahren, nunmehr auch abermals zu Gunstenganzer enger anschliessender Ermel, fast durchgängig Abstand nahm.e j dem Allen wurde es gleich anfänglich in weiterer Verbreitung ge-ruchlich , das Wamms lediglich am Halse oder nur wenig tiefer zu®chliessen, somit auch es gelegentlich ohne Knopfreihe zu belassenj- 353). Alsbald nach dem Ableben des Königs eigneten sich die'öfischen Stutzer, sofort wiederum bemüht dem neuen jugendlichenLudwig XIV. , zu gleichen, eine seiner kindlichen Kleidunga nliche Bekleidung an. Es war dies eine knappe engermelige Jacke® e nfalls mit oder ohne Knöpfe, die nicht bis zur Taille herabreichte, soass von ihrem unteren Rande bis zur Hüfte ein breiter, nur vom Hemd-2Cu g bedeckter Raum blieb. Indessen fand dieser seltsame Wechsel erst