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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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III. Das Kostüm des 17. Jahrhunderts.

sehr herabsanken, 1 bestanden viele in farbigen Bandsehleifen. Eine solche,bisweilen auch mit Gold und Steinen besetzte Schleife, ward gewöhnlichauf der Schulter oder vor der Brust befestigt (Fiff. 353 b; Fig. 354).

In Anbetracht der Gesammterscheinung hatte man nach dem Able-ben Heinrichs IV. in den höheren Kreisen die durchgängigere dunklerei ärbung der Gewänder (S. 579), ausgenommen die Hugenotten, wiederumgegen eine Zusammenordnung von lichteren, doch eintönigen Farben,so mit Beibehalt von Weiss und nur massiger Verwendung von Schwarz,vorzüglich gegen Karmoisin, Hellblau, Lichtgrün und Gelb vertauscht.

Fig. 356.

Es währte dies, unter vielfachem Wechsel der einzelnen Farben veibo 1 ^düngen, bis zum Tod Ludwigs XIII., wo es abermals, jedoch auch alnur kurze Zeit umschlug. ,

Die Weiber folgten sowohl in der Kleidung, soweit es die Gruform gestattete, als auch in der Behandlung des Haars, den MännernAuch sie ahmten, nach einigen Schwankungen, fast durchgängig die '*liehe Haartracht des Königs nach, und vertauschten sie ziemlich g e fmässig, als eben diese wechselte, gegen eine freiere Anordnung. ^bewegten sie sich hierbei insofern doch selbstständiger, als dieForm ( ä Uenfant) neben der darauf folgenden mehrentheils atl

1 Vgl. auch über diesen Schmuck im Allgem. bes. C. Meiners. Gescbdes weiblichen Geschlechts II. S. 272 ff.