denn die Männer, bis in den Anfang der dreissiger Jahre fortsetzten,nnd beide Gestaltungen durch Besonderheiten vermannigfachten. Beider Anordnung „ä Venfant“ liessen sie unmittelbar über der Stirn einenschmalen geraden Streifen von sehr unschicklicher Benennung glatt ge-strichen herabfallen (Fig. 358), während sie der andern Form ein derWeiblichkeit gemässeres Gepräge gaben. Statt das Haar etwa gleichden Männern gänzlich aufgelöst, wie vernachlässigt, zu tragen, ordnetensie es um den Oberkopf, inmitten gescheitelt und ungescheitelt, schlicht,und nur von da an zu zwangloseren, bis zu den Schultern fallendenMassen; diese gewöhnlich dicht gekräuselt, oder, jedoch erst folgends häu-figer, zu mehreren, bisweilen ziemlich langen Locken getheilt (Fig. 359 b).Dazu pflegten sie dann wohl einen Theil des Hinterhaupthaars, zulo sen Strehnen oder Flechten verbunden, leicht rings um den Hinterkopfzu legen, und dieses durch Einziehen von Perlen, Schnurwerk, Schleifenu - dergl. ; so wie auch gelegentlich durch Bestecken mit einer oder meh-r en breiten, farbigen Schwungfedern, zu schmücken.— Die schon vordemspärliche Anwendung einer Kopfbedeckung (S. 596) hörte vollendsausgenommen noch auf dem Lande ( ä la Campagne), wo sie verein-Ze lt nun fast völlig von der Gestalt und Ausstattung des weichen breit-krempigen männlichen Huts in Aufnahme kam.
Der Rock änderte seine Form vollständig. Vor allem, bereits seitdem Beginn des zweiten Jahrzehnts, erfuhren die breiten, vielfach gcfaltel-*sn Hüftkränze („ vertugalles , verlugardiens 11 Fig. 229 ff-) eine fortschrei-tende Verminderung, bis dass sie gegen 1620 theils durch eine Reihekurzer abgerundeter Laschen ersetzt wurden, theils zu Gunsten einerwiederum glatten, vorne zugespitzten Taille verschwanden. Zugleichschrumpfte, mit Beseitigung des aus Reifen bestehenden Untergestells,das untere und obere Kleid (, ,robe u ) faltig zusammen, wobei es üblich'^d das obere vorn oder ringsum aufzunehmen, während sich der Hals-ausschnitt verschiedentlich erweiterte. Die Ermel nur bewahrten nocheiniges länger ihre seither vorzugsweise beliebte Gestaltung von vielenübereinander geordneten ganzen oder der Länge nach schmalstreifig ge-schlitzten Bauschen mit andersfarbigem Unterzeuge (Fig. 357 a : Fig.229 a; Fig. 230 aj. —Auch die nächsten Wandlungen betrafen fast allel'heile gleichzeitig, also dass auch damit stets die Gesammterscheinung
Wechselte.
Die Fortdauer des Halsausschnitts begünstigte den Beibehalt® r vermittelst Draht ausgesteiften, hochstehenden Spitzenkragen (Fig.
> Fig. 230 b). Dennoch, auch obschon man sich nicht leicht und^orerst nur zum Theil davon trennte, gab man sie nach dem Vorganger Männer etwa seit 1620 gegen zwar noch demähnliche, doch rücklings16 er ^neigte Kragen (Fig. 357), und bis um 1630 gegen vorn weit ge-" e '' *. KoBtSmknnde.ru. 63