für zu verwerthen. Eben wie jener Kaplan es fiir dienlich erachtete aufdem Titel seines Buchs den Gegenstand , um welchen es sich handelt,au ch gleich abbildlich vor Augen zu stellen, .war man anderseits schonVor ihm dazu geschritten, die „hoffärtigen“ Neuerungen in ihrer ganzenWunderlichkeit selbstständig zu verbildlichen, und sowohl durch Hervor-• Hebung ihrer ausnehmenden Auffälligkeiten, meist in Uebertreibung der-selben, als auch gelegentlich durch beigefügte launige oder sonst ergötz-Üche Hinweise auf ihre Ungereimtheit, dem Gespötte zu unterwerfen.^' e $e Bilder, als „fliegende Blätter“ etwa mit dem Jahre 1628 beginnendUnd sich bis zum Beginn der vierziger Jahre fortsetzend, entbehrten zwmr,da wesentlich gegen das Stutzerthum gerichtet, des vollen Beifalls derStenge nicht, vermochten jedoch in der Sache selber ebensowenig etwasZu ändern, als die sonstigen Angriffe. Eines der frühesten dieser Blätter,das, welchem der Kaplan Ellinger seine Titeldarstellung entlehnte, trägtd'e Ueberschrift „ Monsieurisch Aila modo, vnd Damische Bisarrie “;ai , f einem andern, nicht viel spätem Blatte, das gleichermassen wie jenes'o einer Reihe allamodisch aufgeputzte Männer und Weiber zeigt, findetSlc b unterwärts verzeichnet „ Wie sich ein teutscher Monsieur in Kley-^ er n halten soll, er soll haben: Immagination-haar, Patient-barth, JRes-P° n sion-huth, Indifferent-hutschnur, Legation -federt u. s. f., im Gan-Zetl > unter derartigen französirten Vorbezeichnungen, mit Einschluss von*^ tll ltissim lls -gang vnd geberden “, zwanzig Stücke. Noch andere Bilderfassten sich lediglich mit dem „ Monsieur Alamode ihn seiner Ge-Sarn mterscheinung nach, vom Kopf bis zu den Zehen, in langen ReimenMusternd. 1 Auch fehlte es nicht an Blättern, welche durch eine Gegen-überstellung des ehrbar „altvaterisch“ gekleideten Bürgers, so wie auchSe lbst des einfachen, betriebsamen Landmanns, und des gespreitzten»Monsieur allamode“ um so kräftiger zu wirken suchten. SämmtlicheStellungen aber, insoweit sie die Neuerer und die eigentlichen Stutzeret reffen, stimmen hinsichtlich der Kleidung mit der jeweilig in Frank-r< j ,c b herrschenden fast bis ins Einzelne überein, nur dass sie nahezu inen Formen das Gepräge der Uebertreibung, zum Theil bis zu wüsterutartung zeigen. So unter anderem auf einem Blatte, das zugleich die^für sehr bezeichnende Ueberschrift trägt: „Kartell stutzerischen Auf-^ u 9s der dursichtigen, hochgefiederten, wohlgespomten und weitgestiefel-n i langschwarzhärigen, zigeunerischen, wohlvernestelten, langlappho-* s chen, milztägischen, icoh Iherausstaffirten, weltbekannten Cavalliere.jj. rnrnt deren hochgeputzten, hochhaargepiifften, wöhlangestrichenen1(c hsleinblasern, wie auch unten, mitten und oben zerhackten, zerspal-
j Fergl. die stellenweisen Mittheilungen solcher Gedichte unt. and. heialke. Die deutsche Trachten- und Modenwelt, II. S. 148 ff. S. 194 ff.