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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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1091
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Fig. 3S1.

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A. Tracht. Waffen u. Bewaffnung (Uniformirung) im Allgem. (16001700) 1091

s o wenig zu unterscheiden, dass man, um gegenseitig Irrungen zu ver-meiden, als Gesammtbezeichnung für erstere einen Zweig von Eichen-laulj, für letztere einen Büschel Stroh, je an der Kopfbedeckung zu be-festigen anordnete.

Demähnlich aber blieb es, wenigstens im Allgemeinen, auch nochbis zum Ablauf der sechziger Jahre ( vergl . Fig. 380 a b). Sogar dieständigen (Leib-) Garden bewahrten bis zu diesem Zeitpunkt ihre nurbeschränkten Sonderabzeichen (S. 776). Auch selbst noch die GardeLudwigs XIII. trug, und auch nur zum Theil, lediglich gleichartige

Wämmser, vorn mit einem inGold gestickten L und goldnerKrone darüber, während sich dieGarde Mazarins fast einzig durcheinen gleichen Mantel, rücklingsund an jeder Seite mit einem Kreuzbestickt, kennzeichnete. Mit demBeginn der siebenziger Jahre in-dessen änderte sich ein solchesVerhalten vollständig; zunächst inFrankreich , wo gleich um 1670Coliman de Fraudat begann dasgesammte Heer Ludwigs XIV.nach seinen Truppenkörpern ver-schieden, je gleichförmig (uni-form) auszustatten. Hierbei (wasauch ferner geschah) die Klei-dung dem Schnitte nach belassend,und sieh lediglich auf einen Wechselder Färbung beschränkend, wählteer dafür hauptsächlich Roth, Blau und Grau, zugleich darauf ach-tend, dass je Oberzeug und FutterTon verschiedener Farbe sei, also dass stets beides in solchem Gegenspiel^Osanirnenwirke; die Um- und Ueberscliläge aber, wie vor allem dieer Ermel, wurden als Futterzeug behandelt. Dazu kam, nicht minderdementsprechender Vertheilung, ein mannigfacher Besatz von Knöpfen,erbigen Litzen u. dgl., und folgends der in Holland schon beliebterauch, die Schösse der Röcke nach vorn umzuschlagen (vergl. Fig. 367 b).derdings unterlag diese Anordnung vorerst noch mehrseitigen Scliwan-Un gen, j a gewann kaum schon vor der Mitte der achtziger Jahre feste-fen Bestand; seit dieser Zeit jedoch erschienen im französischen Heer^'udestens die Haupttruppenkörper, bei durchweg regelrechter Bewaff-