Fi„. 382.
A. Tracht. Waffen u. Bewaffnung (ITniformirung) im Allgem, (1600—1700). 10 9 3
mit Federbusch; dazu den Degen, Pistolen, ein längeres Handrohr u. A.Seine sonstigen Truppen aber waren auch jetzt noch, bei nur wenig regel-mässiger Bewaffnung, meist willkürlich und schlecht bekleidet, darunterdie sogenannten „Wibranzen,“ eine Art von Landmiliz, gewöhnlich mit
nur grobleinenen Kitteln. — Im Uebrigenfehlte es in diesem Punkte nirgend anvielfachen Schwankungen, vielmehr währtees überall geraume Zeit, vereinzelt bisweit über den Schluss des Jahrhunderts,bis dass man, in zunehmend engeremAnschluss an die in Frankreich sich voll-ziehende Gleichförmigkeit, zu einer dem-gemässen durchweg festeren Regel ge-langte.
Die Oberfeldherrn und höheren Be-fehlshaber machten von der Uniform vor-erst überhaupt selten Gebrauch. Sie be-harrten gemeiniglich bei der gewöhnlichen,zeitüblichen Tracht, sie gelegentlich nurreicher ausstattend, wobei denn folgendsbesonders das Querbandelier für den Degenund die Hüftschärpe, so wie auch derFederschmuck des Huts gewichtige Rollenspielten. So auch erschienen sie vom Be-ginn der siebenziger Jahre bis gegen Endeder neunziger ( Fig. 382) fast insgesammtnoch in der zeitüblichen langen Perrücke ;sonst aber trugen sie wohl, obschonimmer seltner, einen Brustharnisch , nunv ° rz ugsweise unter dem (offen belassenen) Rock , und, da sie fast ohneAusnahme ritten, hohe, weitstulpige Reitstiefel.
Mit der Bewaffnung der östlicheren Völker, verhielt es sich wie^it ihrer Kleidung. Abgesehen von der Wandlung, welche die Gesammt-ausstattung des russischen Heers durch Peter I., indessen zunächstauch nur sehr vereinzelt erfuhr (S. 9 72), blieb es damit in Ungarn Und vor allem bei den Osmanen fast gänzlich beim Alten (S. 777).
ucl* auch die Polen hielten an ihrer herkömmlichen, zum Theil starkasiatisirten Ausrüstung kaum minder fest. So unter anderem besteht <*e in der königlichen Waffensammlung zu Dresden befindliche Rüstung,^ e lche Johann SobiesM als König von Polen beim Entsätze von Wien