A. Tracht. Amts-Ornat der (römisch-) katliol. Geistlichkeit (1C00—1700). 1095
losen Verfertigern anheim. Aehnlich der weltlichen Tracht, ward auchder priesterliche Schmuck zu einem Gegenstände geschäftlicher Concur-renz, wobei sich denn eben Jeder zu Neuerungen berechtigt glaubte., Anseinen Grundformen allerdings, als fest gegeben, vermochte sich diesa,, ch ferner weniger zu äussern; ebenso an den Theilen, welche dem Augeentzogen blieben. Indessen, beschränkten sich die Veränderungen auchfortan wesentlicher auf Einzelheiten, auf verschiedene Zierstiicke, trugen3le nichtsdestoweniger ganz besonders dazu bei den Ornat im Ganzen nunnicht allein im Verhältniss zu seiner Bestimmung noch widersprechender,8 °ndern auch immer noch geschmackswidriger erscheinen zu lassen. Ammerklichsten berührt wurden folgende Theile (vergl. S. 785 ff.):
Das Hals- oder Schultertuch. Ausserdem dass dieses Tuchgänzlich schmucklos belassen ward, erhielt es gelegentlich wiederum, alseine freilich höchst dürftige Wiederholung seiner einst so reichen Rand-verzierung („parura“), einen Besatz theils mit einfachen, zuweilen ro-settenartigen Kreuzen, theils mit goldenen und silbernen Franzen, welcheletztere Ausstattungsweise jedoch von mehren hochgestellten Geistlichen,80 von dem Kardinal Bona, scharf gemissbilligt wurde.
Die Alba. Sie verlor an Weite, so dass sie den Untergewändernnicht selten in nahezu faltenloser oder doch künstlich gefältelter Steifeen g anschloss, während sich ihr unterer, schon sehr breiter Besatz vonnunmehr zumeist willkührlich behandelter Tüllstickerei häufiger (aufwärts)Ins über die Knie, ja selbst bis zum Gürtel hin ausdehnte.
Die Stola und der Manipel. Die beiden Stücken gemeinsamen,Reichen Randverzierungen durch Stickerei u. dergl., verdrängten kunst-l°se (aufzunähende) goldene Tressen oder bunte gewirkte Borten, undihre ebenfalls übereinstimmenden, im Dreieck gestalteten Enden, breiteru ndschaufelförmige Laschen mit aufgenähten Kreuzen.
Die Dalmatica. Gemeiniglich von Seide gefertigt, bedienten sichihrer fortan die Bischöfe ungefüttert und ohne irgend einen Besatz, diehhaconen hingegen steif ausgefüttert und ringsum mit breiten Bortenbenäht. Falls das Gewand statt seiner kurzen, innerhalb geschlitztenErrnel, wiederum ganze Ermel erhielt, was allerdings vereinzelt der FallWar , pflegte man den linken Ermel um die Oeffnung mit Franzen zu8c htnücken, den rechten aber davon frei zu lassen, damit er bei Ausübung•foa heiligen Amts nicht hindere oder gar störe.
Das Messgewand. Mit dem Aufgeben der bisher dazu hauptsäch-lich verwendeten kostbareren derbstoffigen Gewebe, und der sie nochbesonders versteifenden verzierenden Ausstattung, zu Gunsten der neueren,bei weitem leichteren, nur durchwirkten Zeuge, ward es zunehmend üb-*cher die gerade an diesem Gewände einmal gewohnte Starrheit durcheine dem entsprechende Unterfütterung mit einem gewöhnlichen derben