A. Tracht. Amts-Ornat der (protestant.) Geistlichkeit (1600—1700). 1101
bedeckt trugen, Andere sich des doppelten, glattaufliegenden Laschen-kragens oder desselben, zu „Bällchen“ verkleinert, bedienten, bliebenwiederum Andere, so vornämlich in einzelnen Grossstädten wie Frankfurt am Main selbst bis tief ins achtzehnte Jahrhundert (Fig. 383 b), der
Firj. 383.
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alten steifgefältelten (spanischen) Rundkrause getreu. Und danebenmachte sich denn nicht minder, wie bei der anderweitigen Geistlichkeit,die Hinneigung zur Perrücke schon bald nach ihrem Erscheinen inFrankreich vorwiegend geltend, freilich nicht ohne nun gerade in diesemKreise den heftigsten Widerspruch zu erfahren. Aber so hartnäckigsich auch in Holland der Streit darüber entspann (S. 1021), so eindring-lich daselbst mehre Gelehrte, wie insbesondere Gottfried Uden als»Irenäus Poimenander gegen die langen und die falschen Haareschrieben, und Andere von den Kanzeln herab dagegen eiferten, ja soer nst man die Sache auch nahm, und durch Berufung von Synoden zurEntscheidung zu bringen suchte, trug die Perrücke dennoch, eben mit inFolge des schlagenden Beweises des gelehrten Salmasius, dass dasHaupthaar zu den gleichgültigen Dingen zähle, den endlichen Sieg da-v °n. Allerdings währte es dann immerhin noch einige Zeit bis ihr Siegein allgemeiner ward, indessen doch auch nicht länger als bis gegen