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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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1174 IV- D R s Kostüm vom Beginn des 18. Jahrhunderts b'is auf die Gegenwart.

dass der von Chatam geförderte vielseitige Aufschwung im . Volke selberdadurch irgend welche Störung erlitt. Im Gegentheil wurde durch diesenKampf das Volksbewusstsein stetig gehoben. Denn wie in ihm sich dieenglischen Waffen dauernd mit Ruhm bedeckten, schloss derselbe auchfür das Reich mit so nachhaltigen Erfolgen ab, dass dem gegenüber nunselbst die abermalige Vermehrung der Staatsschuld, obschon jetzt bis aufhundert und vierzig Millionen Pfund Sterling, ziemlich in den Hintergrundtrat. Mit dem Gewinn von Canada, das Frankreich abgeben musste,und dem ungeschmälerten Besitze sämmtlicher Eroberungen in beidenIndien , eröffneten dem Lande sich neue Quellen zu unermesslichen Reich-thümern, wie zugleich die Mittel und Wege zur Untergrabung des fran-zösischen, spanischen und holländischen Grosshandels.

Eine so durchgreifend fortschreitende Erhebung, des Volks überhauptkonnte denn auch nicht ohne Rückwirkung, gleichwie auf seine Anschau-ungsweise, auf seine Lebensform bleiben. Freilich einmal seit lange, wievor allem seit Karl II. , vornämlich in seinen gebildeteren Kreisen ge-wohnheitsmässig eingelebt in Nachahmung französischerWeise, vermochtees diese keineswegs so leicht abzustreifen. Auch trug der unter denhöheren und den begüterteren Klassen vorerst noch allgemeiner herr-schende Gebrauch sich nach Frankreich , als dem Ausgangspunkte ver-feinerter Bildung, auf längere Zeit hin zu begeben, vielmehr zu einerzunächst-noch weiteren Verbreitung eben der dortigen Formen bei. Vorallem höchstgestellte Männer, wie der Herzog von Marlborough und derGraf von Chesterfield bewiesen sich darin als Tonangeber. Und so kam csdass, obschon auch der Hof sich von vornherein zunehmend stiller verhielt,und besonders Georg II. nach dem Tode der Königin (1737) nebst den übri-gen Fürstlichkeiten jedes geräuschvollere Hervortreten vermieden, dasAussenleben sich nichtsdestoweniger, vor allem innerhalb der Hauptstadtimmer lebhafter entfaltete, und sich nun damit auch jene Form, minde-stens mit vorerst nur geringeren Abschwankungen behauptete. Dochschon nach Abschluss der ersten Kämpfe, etwa seit Anfang der fünfzige rJahre, nahmen diese Abschwankungen bis zum Tode Georgs II. (1760)zu. Noch mehr dann aber seit dem Regierungsantritte Georgs III. (b* s1820), zunächst hauptsächlich mit in Folge des bald danach (1763) s °glücklich endigenden Kriegs, und nun noch um so entschiedener, als dieFortentfaltung der Dinge gerade Dem beständig Vorschub leistete.

Obschon Pitt kurz nach dem Tode Georgs II. im Jahre 1761 seineStellung aufgab, blieb er dennoch dauernd von Einfluss auf den jungenKönig, wie auf die Staatsverwaltung. Und als das Ministerium (1766)abdanktc, übernahm er nicht allein die Bildung eines neuen aus allenParteien, sondern auch wiederum selber, nun als „Siegelbewahrer,"Ueberwachung der Geschäfte, sie nahezu bis zu seinem Tode (1778) in ' t