A. Tracht. Frankreich . Kleidung der Männer (1700—1750). 1209
kamen während des heftigen Winters im Jahre 1739, von den Englän-dern entlehnt, lange bis nahe zu den Füssen reichende Ueberröcke,die „ redingotes “ (s. unt.), und die Knöpfgamaschen oder „ guetres “auf.
Die Weste („veste“), schon während der Regentschaft vereinzeltstark gekürzt, selbst bis hoch über die Mitte der Oberschenkel (Fig.389 a),verlängerte sich wiederum, mehrentheils bis zu den Knieen (Fig. 390 fr),um dann, seit Beginn der vierziger Jahre abermals, vorwiegend bis gegendie Mitte der Schenkel zusammenzuschrumpfen (Fig. 391). Noch sonst
erfuhr sie kaum eine Neue-rung ausser etwa im Stoff,den sie meist mit demRocke (obsclion in Färbungund Musterung davon fastimmer verschieden) theilte,und insofern, als sic biswei-len (zwischen 1723 bis 1728)unterhalb einen dichten Be-satz mit freiherabhängen-den goldenen oder silbernenSchnürchen („ iresses“) er-hielt. Von der Taille auf-wärts durch einige Knöpfegeschlossen, liess sie darü-ber den längs des Busen-saums des Hemds in Faltenbefestigten Spitzenbe-satz als „jabot ,“ unddas Halstuch, die „crct-vaie( i mit seinen gesticktenEnden blicken. Doch wardletztere nunmehr gelegent-lich (bis gegen 1730) durchein schmäleres Tuch von farbiger, meist schwarzer oder hochrother Seidemit nur kurzer Doppelschleife, die eigentliche „Halsbinde“ ersetzt. DieManschetten, wie seither sich faltig trichterförmig erweiternd, ent-sprachen gemeiniglich dem „jabot.“
Die Beinbekleidung wechselte im Ganzen lediglich darin ab,dass die Oberschenkelhose, nachdem sie unter der Regentschaftmehrfach erweitert worden war (Fig. 389 a) , sich wiederum wie vordemverengte, und dass für die Strumpfhosen, statt der dafür seither be-liebten verschiedenlichen Färbungen, die weisse Seide allgemein ward.
Fifj. 301.
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