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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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1220
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B1220 IV. Das Kostüm vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart.

sich zugleich längs der Brust erstreckenden geschmeidigeren Ueberfall-kragen („ collet ; ä chdle, ä coqueluchon “) zu erweitern (Fig. 395 c); dieTaschen sammt Oberklappen aber zogen sich beträchtlich zusammen, oderauch wurden, so vornehmlich an den für den Sommer bestimmterenleichteren » fraques d’ete,“ gänzlich aufgegeben.

Daneben gelangten seit der Mitte der siebenziger Jahre zu melircrGeltung, und etwa seit 1780 gewissermassen zur Vorherrschaft, einzelneRöcke von zum Theil ausheimischer Durchbildung, wie hauptsächlich,nächst der schon früher (S. 1209) von den Engländern entlehnten „re-dingote“ oder „levite“, das „habit ä grandes bavaroises“, die „ polonoise“

Fig. :m.

und der „fraque anglttis.“ Letzterer näherte sich der Form undsonstiger Beschaffenheit nach dem „Frack“ oder „Leibrock“ im heutigenSinne. Die übrigen waren vorn gerad abfallend, vom Hals bis zurTaille zum verknöpfen und davon die „fedingote“ nunmehr über Rückenund Schultern zum Theil mit sehr breitem Ueberschlag („ en Bacltmann“oder „d coqueluchonFig. 395 c), anderntheils mit kürzerem Ueber-fallkragen nebst schmälerem Brustüberschlag bis zur Hüfte herab,dieser eingeknöpft („ä colet et ä bavaroise“: Fig. 395 a ), und die„polonoise der „redingote “ ähnlich, doch unter den Knöpfen und längsden Näthen mit Schnüren und Litzenwerk ausgestattet {Fig. 395 b).