1234 IV. Das Kostüm vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart.
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busch. Anderseits tauchten daneben auf die „ coiffure ä la victoire,“ein förmliches Buschwerk von Lorbeern und Eichen; ferner, nach Per-sonen benannt, die „« la Bciyard, ä la Bandon, caprice de Voltaire ,“sodann, nach einzelnen Opern bezeichnet, Anordnungen „« la Tarareä la Figaro“ u. s. f., und, als geistigen Zuständen entlehnt, Coiffuren„ä la Philantropine, bonne fortune, philosophale, consideration“ u. v. A.Auch sonst noch blühten in buntestem Gemisch die Coiffuren „en pa-pillon, en oreilles d’epagneul, en ponte mouilee, en vergette, en gueridon,en commode, en chien fou, en calriolet, en marronnier d’Inde, en chas-seur dans un taillis“ und zahllos andere. Die Königin selber erfand untervielen einen ausserordentlichen Aufputz (,, ä la montaigne“ u. s. w.), welcherHügel, Thäler in entsprechend farbigem Schmelz, einen schaumbedecktenStrom und Bäche von silberfarbenem Stoff, nebst Gärten und Parkan-lagen darstellte. So auch zeigte in den Jahren von 1780 und 85 das„■ Journal des Modes de Paris “ unter anderen folgende Coiffuren an:„Heute bietet man den Damen einen „chapeau ä VAmiral“ dar. Maufindet bei Mademoiselle Fredin, Modewaarenhändlerin, ä l’Echarpe d’or,rue de la Feronnerie, einen Hut, auf welchem ein Seeschiff sich erhebtmit allem Zugehör und Geräth, seinen Kanonen u. s. w.; und ferner:„Man findet bei Mademoiselle Quentin, rue de CI dry, chapeaux-poufsin Form einer Kriegstropliäe: Die darauf angebrachten Standarten undPauken sind von sehr gefälliger Wirkung.“ — Indessen noch in dem-selben Jahr, in welchem diese Ankündigung erfolgte (1785), machte dasunerbittliche Schicksal solchen Ausgeburten ein Ende. Das Unglückwollte, dass die Königin in Folge eines Wochenbetts ihr Haar fast völligeinbüsste, mithin zunächst sich genöthigt sah ihre Zuflucht zu einerPerrücke zu nehmen, und da solche, aus Gründen der Haltbarkeit, einenAufbau nicht wohl gestattete, die Frisur demgemäss einzuschränken.Sich eigenschöpferisch überhaupt gern in Gegensätzen bewegend, wähltesie dafür sofort ein niedriges, aufgelöstes, dichtes Gekräusel mit längerem,gleichfalls frei behandeltem Seiten - und Hinterhaupthaar „ä l’enfantAlsbald erschienen die Damen des Hofs sämmtlich „ä l’enfant“ frisirt,und nicht lange so folgten auch dem, wenn schon immerhin erst nachmehren Schwankungen die anderweitigen Stände nach. Jedoch sich nundamit durchaus zu begnügen, wäre freilich zu viel verlangt gewesen.Einmal an steten Wechsel gewöhnt, ward auch diese Frisur denn wie-derum nur zur Grundform von ferneren Gestaltungen. Schon gleich beiihrer weiteren Verbreitung erfuhr sie mancherlei Veränderung sowohl inForm als Anordnung des lockigen Seiten- und Hinterhaupthaars, wiedurch theilweises Umwinden und Verschleifen mit farbigen Bändern, alsauch des eigentlichen Toupets. In Betreff des Letzteren ward es unteranderen vorzüglich beliebt die ganze Fülle entweder nach oben kugelig