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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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1251
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A, Tracht. Frankreich . Kleidung der Weiber (1790—1804) 1251

nebst der darum geschlungenen dreifarbigen Binde aneigneten. Es wardies indessen nicht von Dauer, sondern verlor sich mit noch anderenrevolutionären Besonderheiten, welche, wie die „couleur de Bastille ,“Fächer „ei la Mirabeau, bijoux de la Constitution, bijoux de la Re-volution, rohe de la nation H u. A., die ja eben auch nur ihre Zeithatten, schon nach dem Jahre 1795 fast gänzlich. Die „bijoux de laConstitution “ waren Stückchen von Steinen der Bastille in Gold, Sil-ber u. s. w. zu Armbändern, Ringen u. dergl. gefasst, und die „bijouxde la Revolution“ Ohrringe in Form der Guillotine. — Von den Schuhenwurden die Hacken entfernt, sie selbst aber gemeiniglich mit langenBindebär.dcrn versehen.

Fi g. 1 04.

Daneben dann tauchten (etwa seit 1793) die mancherlei Einzelver-siiche auf, die römisch-griechiche Bekleidungsweise empor zu bringen(S. 1240). So wenig nun dies allerdings in der beabsichtigtenForm gelang, trug es nichts destoweniger dazu bei den auch bereits imAllgemeinen starken Zug zur Zwanglosigkeit noch zu steigern. DieFolge war, dass überhaupt die Schniirbrust sich noch mehr lockerte,bald aber gänzlich beseitigt ward, und dass die Robe, nun dement-sprechend, sich zunächst im Leibchen, dann aber durchweg hemdartiggestaltete. Vorerst noch, im engeren Anschlüsse an die gewohnte Form,erhielt das Ganze durch Unterkleider eine dem noch annähernd ähnliche