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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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1255
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A. Tracht. Frankreich . Kleidg. im AUgem.; der Männer (1804—1815 ff.). 1255

Häubchen („bonnets ronds “), und ziemlich flachbodigen kurzschirmigenHüten. Wie jene nicht selten von Spitzenwerk, so auch wurden diesezumeist wie vor entweder aus farbigen Zeugen oder von Stroh beschafft,und verschiedentlich mit Bändern, Blumen, kleinen Federn u. A. m. be-setzt (vergl. Fig. 405). — Als dann, mit dem Beginn des Consulats,die Kleidung sich mehr nach römisch-griechischem Geschmack („ä laGrecque “) umwandelte, schritt man dazu das Haar auch damit in Ein-klang zu setzen. Hierbei ausgehend von dem seitherigen Gekräusel,ward es zuvörderst durchweg gekürzt und zu lauter Löckchen „ä la Titus“verwirrt, sehr bald darauf aber auch allen sonstigen antiken Musternnachgebildet, und, eben auch dem entsprechend, mit Bändern in viel-fachen Umwindungen, mit goldenen Nadeln, zartstoflfigen Schleiertüchernu. dergl. geschmückt, so wie auch da, wo die Natur die erforderlicheFülle versagte, wiederum durch Perrücken ersetzt. Eine derartige An-ordnung würde nun freilich, ihren Vorbildern nach, eine selbständigeKopfbedeckung ausgeschlossen haben. Jedoch, so wenig genau manes in Betreff der Gewandung nahm, ebensowenig nahm man Abstandauch in dem Punkte eigenschöpferisch vorzugehen. Und so denn fandenneben diesen Coifl'üren , nächst manchen anderen selbstgewählten oft ge-nugsam wunderlichen Kopftrachten, folgends sogar, auf Veranlassung derAnkunft mehrer Türken, turbanartige Aufsätze („« la Turque “) füreinige Zeit ganz besonderen Beifall.

Die Fussbekleidung bildeten fortgesetzt zierliche, spitzzulaufende,schmale Hohlschuhe ohne Hacken, farbig mit farbigen Bindebändern,welche gleichfalls wie seither gemeiniglich hoch hinauf überkreuz gebun-den wurden. Gegen Ende des Consulats wählten dazu die höherenStände vorzüglich hellgelben und weissen Atlas, gelegentlich mit Silberoder Gold gestickt.

Der Schmuck beschränkte sich auch ferner wesentlich auf einigeGemmen, Ringe, Armbänder u. dergl. — Die Schminke hatte sichüberlebt. —

So angethan begrüsste man (1804) das Kaiserthum. Was bereitsdas Consulat von Oben herab beabsichtigte, die royalistische Kleidungder Zeit Ludwigs XVI. wieder in Aufnahme zu bringen, sollte nun-mehr, wenn irgend möglich, zum Austrag kommen. Doch die Zeit wareine andere geworden, und ihre so veränderte Richtung forderte unab-weislich nun auch ihren Ausdruck. Ungeachtet der Kaiser selber zu-nächst noch fortfuhr in farbigem, goldbordirtem Frack, Kniehosen,Strümpfen und Schuhen nebst Schnallen u. s. w. zu erscheinen, auchdie soldatische Tracht solche Form grossentheils bewahrte, blieb dieseeben in der, ihrer älteren reicheren Durchbildung entsprechenderenFassung dennoch einzig auf das Erscheinen am Hofe, auf die an sich