1334 IV. Das Kostüm vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart.
Anklang fand, erreichte dann unter Mitwirkung theils ausgezeichneterBildner und Maler, gleichwie künstlerisch, so auch technisch, bis zumJahr 1756 eine ungemeine Vollendung, womit sich seit 1780, freilichnun nach schon mannigfacher Abschwächung im Einzelnen, als beson-dere Verzierungsform auch wiederum die „Groteske“ verband. Im Ueb-rigen aber, wie sich auch der Betrieb künstlerisch abschwächte, wusstedie Arbeit der Albrechtsburg doch ihren Ruf dauernd zu behaupten, auchungeachtet der alsbald fast überall sich erhebenden, nicht minder streb-samen Werkstätten.
Trotz der eidlichen Verpflichtung das Geheimniss zu bewahren,ward dasselbe nach Wien übertragen, und hier im Jahre 1718 einePorcellanfabrik gegründet. Nicht lange, so wurde das Verfahren durchabgelohnte Arbeiter weiter verbreitet, und damit nun in rascher Folgeeine nicht geringe Zahl noch anderer Fabriken ins Leben gerufen. Soin Deutschland , nächst einzelnen, die wie die Fabrik zu Franken thal bei Frankfurt bald wieder eingingen, um 1740 zu Höchst amRhein , um 1750 zn Fürstenberg in Braunschweig , um 1747 oder1754 zu Neudeck in Baiern , die um 1758 nach Nymphenburg ver-legt wurde, um 1750 in Berlin , hier um 1762 eine zweite durch Ernst Gotzkowsky , welche, da sie die erstere aufhob und selber sofort insStocken gerieth, um 1763 Friedrich II. kaufte und gleich derart aus-stattete, dass sie sich der Fabrik zu Meissen sehr bald ebenbürtig erwies.
Frankreich blieb in dem Punkte noch auf länger hin zurück.Alle Bemühungen, der Erfindung näher auf die Spur zu kommen, schei-terten an der Unthunlichkeit einer Herstellung der Porcellanerde, währenddiese jedoch auch hier die Natur iri Fülle bot. Sie aber wurde erstgegen die Mitte des Jahrhunderts durch Zufall entdeckt, in St. Yrieuxbei Limoges durch die Frau eines Bartscherers, welche die Erde dazubenutzte ihre Wäsche nachzuweisscn, danach durch den Apotheker Vil-laris in Bordeaux untersucht, und hierauf von dem Chemiker Macquer als wirkliches „Caolin “ erkannt. Gleich die ersten Versuche damit fielenziemlich glücklich aus. Sie ergaben seit dem Jahre 1753 das, gegenüberder „ pdtendre ,“ sogenannte „porcelaine dur“ (vergl. S. 1129). Indessenbei den Fortschritten, welche inzwischen die deutschen Fabriken gemachthatten, standen diese Erzeugnisse hinter den deutschen Arbeiten immerhinbeträchtlich zurück. Und so denn erbot sich in eben dem Jahr derStrassburger Bürger und Besitzer einer Fabrik zu Hagenau, Paul Han-nog, das „geheime“ Verfahren gegen Entschädigung mitzutheilen. DieAngelegenheit verzögerte sich, und kam erst um 1765 mit dessen BruderAnton zum Austrag, worauf nun der Betrieb in S&vres, eingerichtetdurch Macquer, in Kurzem zu grossem Umfange erwuchs. Bereits imJahr 1769 legte Macquer der Akademie höchst gelungene Arbeiten vor,