B. Geräth. Handwerk. Töpferei: Porcellan; Hajolica (1700—1815 ff.). 1335
und seit 1774 galt die dortige Werkstätte als eine der bedeutendsten.Die Erzeugnisse von Stivres wurden gemeiniglich, insbesondere die Ge-fässe aller Art, in der ganzen Masse gefärbt, vornämlich hellblau („ö laturquoise “), sowie auch dunkelblau und grau, welche letztere Färbungensich vorzugsweise hervorthaten. Ausserdem errichtete im letzten Vierteldes Jahrhunderts Anton Hannog auch in Paris eine eigene Werkstätte,die jedoch mit der in Sevres kaum noch Schritt zu halten vermochte. —Neben der Fabrik in St. Cloud, welche in der Verfertigung von aus-gezeichneten Thonwaaren, wie des „porcelaine tendre “ fortfuhr, entfal-tete sich seit dem Jahre 1735 in dem Städtchen Chantilli eine ebensolche Fabrik. Obschon dann die Fabrik von S&vres beide nicht wenigbeeinträchtigte, blieben doch auch deren Erzeugnisse immerhin derartgeschätzt, dass sie sich dauernd halten konnten.
In noch weiterem erhoben sich, meist nach der Mitte des Jahibun-derts, fast in allen noch sonstigen Ländern grössere Porcellanfabriken,welche; gleichwie die in Deutschland und Frankreich , ihre Thätigkeitmehrentheils bis in die jüngste Zeit fortführen. Es war dies der Fall inSpanien , wo im Jahr 1759 Karl III. bei Madrid in den Gartenan-lagen seines Palastes eine solche Fabrik gründete, nachdem derselbeschon eben solche in Neapel gestiftet hatte, deren Waaren unter demNamen „Capo di Monte-Porcellane“ sehr hoch imPreise standen; fernerin Italien , in der Lombardei , Toscana , Venedig (vor 1730), Turin (um1770), Vieneuf in Piemont (1750), Vista la Oporto u. a. m.; in derSchweiz , zu Zürich um 1750 und zu Nions im Kanton Waadt ; inHolland , im Haag, zu Amsterdam und zu Doornik oder Turnayim Jahre 1750; in England, zuerst in Bow, und vor 1750 in Chelsea ,von wo aus um 1765, da hier der Betrieb einging, die vorzüglichstenArbeiter nach Derby zu der dortigen seit 1751 bestehenden grossenFabrik übersiedelten; in Worcester und in Stratford (um 1751), in Ply mouth (um 1760), in Bristol (um 1774), von hier im Jahr 1777 nachStraffordshire hin verkauft; in Dänemark , zu Kopenhagen (um 1775),und in Russland , zuerst in St. Petersburg um 1744.
Bald nach Anfang des Jahrhunderts, noch bevor die Herstellungdes wirklichen Porcellans gelang, wurde in Italien von neuem der Ver-such gemacht die eigentliche Maj oli ca-Arbeit wiederum empor zu bringen(S. 1128). Abermals ward nun in Savona eine Fabrik eingerichtet.Indessen obschon dieselbe auch, so vornämlich in den Jahren von 1720bis 1730 unter Mitwirkung der Maler Agostino und Marco Compagnomanches Treffliche leistete, der leztere auch meist Raphaelische Vorbil-der wählte, fand die Sache doch wenig Anklang. Dennoch trat zu glei-chem Zweck im Jahre 1757 eine Gesellschaft zu Pesaro zusammen, diejedoch nach kurzer Frist an derselben Klippe scheiterte. Und nicht an-