1340 IV- Kostüm vom Beginn des 18 . Jahrhunderts bis auf die Gegenwart.
Gegenüber der so von vornherein stetig wachsenden Verbreitungvon Geschirren aus Glas, Porcellan und Faience, trat die dahin ein-schlägliche höhere Metallarbeit, wie allmälig auch der Zinnguss,bedeutend zurück.
Hinsichtlich der Gold- und Silberschmiederei war dies vorallem in Frankreich der Fall, wesentlich mit in Folge der hier vorAnfang des Jahrhunderts durch Ludwig XIV. heryorgerufenen Miss-stände. Um die zahlreich kostbaren Geräthe, die seit dem Jahre 1688in die Münze wanderten (S. 1114), durch gleiche Arbeiten wieder er-setzen zu lassen, dazu fehlte es an Geld. Was fortan Derartiges ge-wünscht wurde, ward mehrentheils nur noch in vergoldetem oder ver-silbertem Kupfer bestellt, welche Weise eines Scheinprunks sich alsbaldselbst auf die kirchlichen Geräthe erstreckte, so dass die Goldschmiedesich allmälig wesentlich nur noch auf Kleinarbeiten, auf den Betrieb derjoaillerie“ und „bijouterie “ beschränkt sahen. So mit Ausnahme ver-hältnissmässig sehr weniger, welche seit dem Jahr 1688 der König imLouvre lediglich zu dem Zweck unterhielt, um für seirie Person oderzum Verschenken „curiosites “ zu fertigen. Es waren dies Mettin, Kotier,Delaunay und Montarsy, von denen die beiden ersteren ihre Wohnungendaselbst im Jahre 1706 auf Loire und Ballin „Sohn“ vererbten. Vonanderweiten grösseren Aufträgen in Gold oder Silber war, namentlichfolgends, immer seltner die Rede. Selbst während der doch sonst soschwelgerischen Regentschaft des Herzogs von Orleans, lag der Betriebdergestalt darnieder, dass die sechs Vorsteher („ gardes “) der Genossen-schaft, Halle, Quevanne, Lebastier, Pagen, Masse und de Lons einevon dem berühmten Advokaten Aubry ausgearbeitete Bittschrift, ihnenaufzuhelfen, der Regierung einreichten. Die Sache indessen Hess sichnicht zwingen. Und wenn auch seit dem Regierungsantritte Ludwigs XV.wiederum der König und die Prinzen, wie auch wohl sonstige reicherBegüterte, als einzelne der General-Pächter und Banquiers, mehreregrössere Bestellungen machten, belief dies ■ sich doch vorwiegend aufzumeist hohl gearbeitete Tafelaufsätze von Silber, theils vergoldet, jageschah immerhin auch zu vereinzelt, um etwa dem Gesammtbetrieb alssolchem erneuten Schwung verleihen zu können. Dennoch fehlte eskeineswegs an höchst kunstreichen Arbeitern, die aber freilich auch beiweitem mehr vom Auslande, denn von der Heimath selbst beschäftigtwurden. Als ein solcher galt vor allen Thomas Germain , geboren zuParis 1675, gestorben 1748. Sohn des berühmten Ciseleurs Pierre Ger-main, ging er schon früh nach Italien , von wo er nach zwölfjährigemAufenthalte in Rom , im Jahre 1704 nach Paris zurückkehrte. Dortfertigte er unter anderem eine Anzahl umfassender Werke für denGrossherzog von Toscana und für'das Collegium der Jesuiten , Weithin