B. Geräth. Handwerk; Metallarbeit, Klempnerei (1700—1815 ff.). 1347
gewandten Zeichnern, zugleich in Verfertigung von Luxuswaaren zueinem mehr kun st handwerklichen Betriebe entfaltete. Im Ganzen frei-lich schritt sie dahin nur langsam vor, blieb auch noch bis nach demJahre 1750 wesentlich auf die Verwendung von Kupfer und Messingbeschränkt, das Eisen vorerst noch spärlich, auch meist nur zu kleinerenGegenständen des gewöhnlichen Bedarfs heranziehend. Wie die Verar-beitung des Eisenb 1 e c h s fast lediglich Sache der Eisenschmiede, Schlosser,Sporer u. s. w. war, so auch ging der Versuch, dasselbe für geräthlicheZwecke nutzbarer zu machen, hauptsächlich von jenen aus. Schon seit-her hatten sie mancherlei Dinge der Art, wie unterschiedliche Gefässe,und auch Löffel angefertigt, jedoch stets nur mit Benutzung des Feuers.Da, im Jahre 1710, vereinigten sich zwei Arbeiter zu Bayersfeld imsächsischen Erzgebirge zur Beschaffung von Löffeln aus Schwarzblechauf kaltem Wege, indem sie diese nur mit der Scheere Zuschnitten unddem Hammer austrieben, was so grossen Beifall fand, dass dies nunnicht allein einen eigenen umfassenden Gewerkszweig, den der „Löffel-schmiede,“ vielmehr die „Klempnerei“ im weiteren Sinne begründete.Aber wenn schon damit auch die Verwendung des Eisenblechs ebennach dem Verfahren sich ungemein erweiterte, währte es dennoch gegen-über der einmal so lange betriebenen Kupfer- und Messingschlägereigeraume Zeit, bis dass jene auch nur eine ähnliche Geltung wie diesezu erlangen vermochte. Noch mindestens bis in’s letzte Drittheil desachtzehnten Jahrhunderts ward der eigentlichen Klempnerei, vornäm-lich in Deutschland , ein nur ziemlich eng begrenztes Gebiet zuge-standen. Von den Zunftgesetzen daselbst einzig auf die Verwendungvon Schwarz- und Weissblech verwiesen, höchstens mit Zulassung vonetwas Messing zur Verzierung, sah dieselbe sich auf die Herstellunglediglich von nur einfachen Haus- und Küchengeräthen und wenigenBesonderheiten zu baulichen Zwecken eingeengt. Erst die durchgängigereBeseitigung des Zunftzwanges (S. 1329) gab ihr die Freiheit sich inWeiterem zu bethätigen, worauf sie, nun aber auch ebenso rasch anUmfang als in Betreff der Behandlung an sich an Vervollkommnunggewann. Fortan machte sie sich alle dahin verwendbaren Stoffe undVerfahrungsarten durchaus dienstbar, so wie denn einerseits das Kupfer,Messing u. s. f., anderseits, nächst mancherlei Hülfsmaschinen, wie solchezum Theil erst jetzt auftauchten, auch die Versilberung sowohl durchAufschmelzen im Feuer mit und ohne Quecksilber, als auch durch ein-faches Belegen mit dünnen Silberplättchen. Von nachhaltigster Wirkungdarauf ward insbesondere dann das im Jahre 1810 in Paris erfundeneVerfahren, jede Art von Metallblech auf der Drehbank über Aussen-und Hohlformen vermittelst blanker Pressstähle und stählerner Rädchenschnell und doch vollkommen gleichmässig auszudrücken, eine Erfindung