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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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1353
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B. Geräth. Handwerk; 'Wirkerei, Tapetenmach. (17001815 ff.). 1353

Venedig und in den Niederlanden , schon bald nach Beginn desachtzehnten Jahrhunderts vor allem Augsburg und Nürnberg . InAugsburg besonders zeichnete sich darin noch bis in die achtziger Jahreder Buchbinder J. Peter Ebner aus, welcherdergleichen mit aufge-drückten Gold-, Silber- und Färbe-Mustern zur Auszierung sowohl derZimmer als auch zur Ueberziehung von Tischen, Sesseln u. A. sehrschön und tauglich fertigte. Neben dem kamen, nun aber auch zu-gleich als ein Ersatz aller bisher üblichen Wandverkleidungen (vergl.S. 1130) die Papier -Tapeten auf. Obschon bereits im siebenzehntenJahrhundert, vermuthlich von Jerome Lanyer erfunden, fanden sie docherst, nachdem sie Johann Hautsch in Nürnberg (gest. 1670) einiger-massen verbessert hatte, nach dem Schlüsse des achtzehnten Jahrhun-derts weitere Aufnahme. Anfänglich blieb ihre Herstellung noch wesent-lich nur darauf gerichtet, starkes Papier mit Stücken von Seide, Wolleoder anderem Stoff nebst sonstiger Verzierungsmittel, wie Blattgold, ge-stossenem Katzensilber oder Glimmer u. dergl. zu bekleben. Allmäligjedoch, so schritt man dazu die Tapeten zu bedrucken. Und schon vordem Jahre 1760 gelang es einem Techniker Eccard im Haag in derWeise Tapeten herzustellen, welche wie mit Gold und Silber gewirkterschienen. Danach erfand Gottlieb Immanuel Breitkopf (17191794)in Leipzig das besondere Verfahren, den Tapeten ganz das Ansehen vonallerlei farbigem Marmor, Porphyr und anderem Gestein zu geben, dessenfernere Ausbeute er indessen, zufolge seiner sonstigen Geschäfte, dannAnderen überlassen musste. So auch trat fast gleichzeitigein HerrWindsor in Paris mit den, dann alsbald vorzüglich gesuchtenArabes-ken-Papiertapeten hervor. Im Anschluss an diese Betätigung, wohlwesentlich mit durch sie veranlasst, begann nun ebenfalls schon baldnach Beginn des Jahrhunderts die Verfertigung von Wachstuchtapeten,bedeckt mit klein gestossener Wolle, als deren Erfinder und Begründereiner umfassenden Werkstätte dafür, der Maler Francois Audran be-zeichnet ward.

Die Wand-Uhren zum hängen und stellen fanden fortan durch-gängig Verbreitung, auch unter den minder Begüterteren; ebenso dieWandspiegel, während neben den Oelgemälden als eigentlicherZimmerschmuck nun Pastellbilder, hauptsächlich Bildnisse, undKupferstiche, besonders Schwarzkunstblätter, so wie auch die nachdem Erfinder Etienne Silhouette sogenanntenSilhouetten vorzugs-weise beliebt wurden. Zu einer derartigen Verallgemeinerung derUhren trug vor allem der Umstand bei, dass die Beschaffung von ein-fachen, hölzernen Schlaguhren sich zu einem eigenen Gewerbszweige erhob.Begonnen ira Schwarzwalde von Simon Dilger im Verein mit ChristianWehrle, erfreuten Beide sich hierin eines so rasch wachsenden Rufs, dass