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Verbreitung der Pfahlbauten.
war, als Lanclansiedlungen, bei denen alle Abfälle von Speisen u.dgl., sowie die Exkremente von Menschen und Thieren offen liegenblieben und schädliche Miasmen erzeugten, während bei den Pfahl-bauten derartige Reste ins Wasser fielen, hiedurch Krankheitenverhinderten und zugleich eine Menge Fische herbeilockten, die denPfahlbauern als Nahrung dienten.
Bei diesen grossen Vorzügen waren daher die Pfahlbautenin der Vorzeit weit verbreitet. Sie dehnten sich von der Balkan halbinsel über Ungarn und zu beiden Seiten der Alpen bis nachSavoyen aus. Die meisten lagen in den Seen und Sümpfen dernördlichen Alpenvorlande; südlich der Alpen , in Oberitalien , lagennur wenige; dagegen waren um so zahlreicher
die Terramaren im Pogebiete und in Ungarn . Es sind diesrechtwinklige Hügel von 2 bis 5 m Höhe, 97 bis 29Ü m Länge und74 bis 150 m Breite, die aussen öfters von einem mit Pallisadenverstärkten Wall und einem mit Wasser gefüllten Graben umgebenwaren. Innerhalb der Umwallung befand sich der Wohnplatz, inwelchem Hütten auf Pfählen errichtet waren, wie bei den Pfahl-bauten. Ihr Flächeninhalt war derselbe, wie derjenige unsererSeedörfer, in der Regel 3 bis 5 ha; jedoch gab es auch solche vonkaum 1 ha. Die Terramaren stammen aus der älteren Bronzezeit.Sie liegen meistens in der Ebene, seltener auf Hügeln und zwarvorherrschend auf dem rechten Poufer in den Provinzen Modena ,Reggio , Parma ; auf dem linken Ufer befinden sich die meisten inder Provinz Mantua . Von den Terramaren Ungarns sind bis jetztbekannt der Lapos-IIalom (flache Hügel) beim Dorfe Töszeg zwi-schen Szolnök und Nagy-Abony in einer sumpfigen Niederung derTheiss . Aehnliche Ansiedlungen sind auch in anderen Orten Ungarns konstatirt, aber noch nicht genügend untersucht worden. Vorerstlässt sich mit Vorbehalt annehmen, dass die Terramaren Oberitaliens und Ungarns derselben Kulturströmung und demselben Völkerzugeihr Dasein verdanken ‘), wie die Pfahlbauten.
Die Zahl der mitteleuropäischen Pfahlbaustationen be-trägt bis jetzt über 300; nämlich in der Schweiz 200, Deutschland 50, Oesterreich 11, Frankreich 32 (incl. der am Südufer des Genfer-Sees gelegenen), Oberitalien 36, nebst 80 Terramaren. — Westlichvon Savoyen erstreckt sich noch ein Ausläufer der Pfahlbauten über
') Hörnes, Dr. M., Die Urgeschichte des Menschen. Seite 423 f. — 2. AudiHr. Oberst E. Suter erwähnt in der Beschreibung der Pfahlbauten im Torfmoosbei Wauwyl im Canton Luzern, dass die Bewohner derselben ihre Wohnungen imWasser erbauten wegen des Übeln Geruchs der thierisdion Abfälle, wenn dieselbentrocken gelegen wären. M. A. G. III. 75.