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Chronologie der Steininanufiikhir.
Chronologie der Stein manufaktur. Wenn man dieSteinbeile der einzelnen Stationen unter sich vergleicht, so findetman nicht unwesentliche Fortschritte in deren technischer Herstel-lung, in deren Form und in der Wald des Gesteinsmaterials. Nichtmit Unrecht unterscheidet man daher auch im Bodenseegebiet dreiPerioden in der Entwicklung der Stein manufaktur:
Die erste (älteste) Periode enthält kleine und roh ge-arbeitete Steingeräthe, meist ohne besondere Auswahl des Gesteins-materials, höchst selten Nephritoidgesteine, keine Beilhämmer mitSchaftloch. Diese Kulturstufe ist fast im ganzen Untersee vor-herrschend, z. B. in Wangen .
Die zweite Periode, die vorherrschende im Bodenseegebiet,zeigt Werkzeuge und Waffen in vollendeterer Form, Ausführungund Grösse, sowie mit besonderer Auswahl des Steinmaterials,namentlich viele Beile und Meissei aus Serpentin, Nephrit und ver-wandten Gesteinen; theilweise kommen auch durchbohrte Beil-hämmer vor. Die meisten Repräsentanten dieser Entwicklungsstufetrifft man im Ueberlinger-See und im westlichsten Theile des Obersees.
Die dritte Periode hat vorherrschend durchbohrte Beil-hämmer von vollendeter Form, viele mit vertieften oder erhabenenLinien verziert, die parallel mit den Rändern des Beils laufen. DieGeräthe von Nephrit und ähnlichem Gestein sind seltener, dagegenerscheint in diesem Zeitabschnitt zum ersten Male Metall, und zwardas Kupfer. Die aus ihm gefertigten Beile, Meissei und Dolche be-zeichnen durch ihre Formen deutlich noch den Zusammenhangmit der Steinzeit, denn die ersten aus Kupfer gearbeiteten Geräthesind ganz denen aus Stein nachgebildet. Man nennt daher diesedritte Periode der neolithischen Zeit auch die Kupferzeit')(S. Seite 145 f.).
Zwischenstufen der Feuersteinmanufaktur.Auch bei den Feuer steingeräthe n lassen sich drei Unter-stufen der Entwicklung unterscheiden, ln der ersten, ältestenStufe trifft man noch, wie während der ganzen neolithischen Zeit,mehr' oder weniger, aber immer seltener, Werkzeuge von der zufälligenLamellenform; jedoch zeigen die meisten retuscliirte Ränder undviele Geräthe besitzen statt zufälliger bestimmte, ihren jeweiligenZwecken entsprechende Formen. Dieses Bestreben ist noch weitausgeprägter in der zweiten Unterstufe, welche überhaupt die vor-herrschende im Bodenseegebiet ist, die Formen sind weit vollendeter,wie auch die technische Ausführung, namentlich die exakter aus-
’) Corr.-Bl. f. Anthropologie u. s. w. 1882. Xi\ 9. Seite 99.