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Gefitssarten der neolithisclien Zeit.
in Wangen und Bodman Scherben fand 1 ]- Derartige Häfen hattenLöcher ringsum an den Wänden von etwas konischer Form 6 : 8 mm,die bis an den Boden reichten, und auch dieser seihst war nochvielfach durchlocht. Einen ähnlichen, grösseren Scherben fand manauf der befestigten Wohnstätte auf dem Goldberge (OA. Nereslieim);er war auch aus neolithisclier Zeit. Aehnliche K äsehäfen werden
jetzt noch, wie der Verfasser sichüberzeugte, im bayerischen Allgäu,z. B. in Oberstaufon, aus Thon an-gefertigt und benützt 2 ).
Die Krüge. Die Krüge (Häfenmit Henkel) entstanden etwas späterin der neolithisclien Zeit aus den Hä-fen und wechseln in der Höhe zwischen8 und 15 cm. Die Henkel, in derRegel nur einer, seltener zwei sichgegenüberstehende, reichen nicht bisganz an den oberen Rand des Krugs.Ihre Formen sind fast überall dieselben; anfangs hatten sie einengrösseren flachen Standboden, später war derselbe etwas kleiner;von ihm entwickelten sich in schönen, mehr oder weniger ge-
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Fig. 173 u. 174. 173. Flache Thonschüssel von Bodman. (Hassler, Taf. I1L, Fig. 20.)174. Webergewicht von Nussdorf. (Sammluug Friedrichshafen .)
schweiften Linien Bauch und Hals. In Bodman und im SteinhäuserRied ist ein Theil der Krüge ornamentirt; am ersteren Orte mittelst
‘) In dem Museum in Friedrichshafen und im Kosgarten zu Constanz .a ) Nach Virchows Angaben auch im Schwarzwald und nach denen vonDr. F. Keller in den Schweizer Jurathälern. Der Gebrauch von Käsehilfen warfrüher weit verbreitet und reichte bis nach Troja . (Schliemann , .Tlios, Stadt undLand der Trojaner. Seite 620, 621. Fig. 1190 1196.