Anfertigung dei- Knpfergeräthc.
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stände von reinem Kupfer sind, lässt sich ausserdem auch an dessendunkelrothem Aussehen einigermassen erkennen.
Zur Herstellung von Kupfergegenständen wurde zuerst die er-forderliche Menge des Metalls in thönernen Tiegeln oder Gusslöffelngeschmolzen und nachher in Formen von gleicher Masse oder vonSandstein gegossen. Von ersteren besitzen wir Exemplare aus denPfahlbauten Niederwil und Turgi, vonden anderen eines vom Pfahlbau Sipp lingen . Hierauf schmiedete man dieGegenstände, um sie zu härten, ihreForm zu vervollkommnen und ihreSpitze oder Schneide herzustellen. Dieersten Kupfergeräthe werden anfangs ng. m. schmeutiegei aus Thon und
, , . 1 , n • . p Pferdemist von Kobenhausen.
wohl m den meisten Stationen in ier- (M A- Gi VIj Taf . UIi FIg . 3 e .)
tigern Zustande importirt worden sein.
Man fand sie meist mit Steingeräthen in Pfahlbauten der jüngerenZeit, seltener mit Bronzen beisammen. In Ungarn lagen sie zumTheil bei Geräthen aus Obsidian , statt solcher aus Stein oderFeuerstein .
Im Bodenseegebiete sind bis jetzt nur zwei Arten von Kupfer-geräthen der neueren Steinzeit bekannt: Beile und Meissei oder an-dere, diesen ähnliche Werkzeuge. Die beiden ringartigen Produkteaus den Pfahlbauten Unter-Ulildingen und Niederwil scheinen mehrnur Versuche zu sein. In westschweizerischen Pfahlbauten, z. Inin Vinelz und Lüscherz am Bieler See fand man auch Dolche,Pfriemen, Pfeilspitzen und Perlen, ringförmige und doppelkonischevon Kupfer. Im Mondsee in Oberösterreich entdeckte man ausser-dem in dem dortigen Pfahlbau Nadeln, Fischangeln und Spiral-scheiben. Die Beile und Meissei waren denen von Stein, die Dolcheden bisherigen aus Feuerstein nachgebildet, die Pfriemen hattendie Formen derer aus Geweih oder Knochen. Später suchte mandie Werkzeuge zu verbessern. Im Pfahlbau Nussdorf z. B. fandman Meissei von Kupfer mit erhöhtem Schaftrande und schön ge-krümmten Schneiden, offenbar Vorläufer der späteren aus Bronze.
Von den erwähnten Geräthen sind alle aus reinem Kupfer ge-fertigt. Im Bodensee -Gebiet sind aber von solchen bis jetzt nur25 Exemplare gefunden worden und zwar je nur ein oder einigeStücke beisammen — also vereinzelt, gegenüber denjenigen in derKupfer-Pfahlbaustation Vinelz am Bieler-See, in welcher ca. 100Exemplare beisammen lagen. Wirkliche Kupferstationen gibt esdaher im Bodenseegebiet nicht, die hier vorkommenden Pfahlbau-stationen mit vereinzelten Kupfergegenständen sind vielmehr rieh-