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Die Pfahlbauten des Bodenseegebietes / von E.von Tröltsch
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Technik der Bronzefabrikation.

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besitzen derartige Armbänder heute noch ihre ursprüngliche Ela-stizität. Ein ähnliches Verfahren fand bei der Anfertigung vonLappenbeilen statt; dieselben wurden zuerst mit gerade stehendenLappen gegossen und erst wie ein Fund in Morges am Genfer See bestätigt 1 ) nach dem Ausarbeiten umgebogen. Andere Arm-bänder, besonders geschlossene, halbhohle und hohle, erhielten da-gegen ihre Form und Ornamente schon im Gusse, indem man hiezuein thönernes Modell 2 ) mit den Ornamenten anfertigte, hart werdenliess, nachher einen Gyps- u. s. w. Abguss davon nahm und Bronzehineingoss; war dies geschehen, so erfolgte die reinere Ausarbeitungdes Armbandes. Ferner wurde die wichtige Erfahrung gemacht,dass die zum Graviren in Bronze benützten Schmalmeisselnicht, wie man früher glaubte, aus Eisen oder Stahl bestanden,sondern aus gehärteter Bronze, die man durch Hämmerung der ge-wöhnlichen erzeugte. Die Anfertigung von B r o n z e d r a h t geschahschon zur Pfahlbauzeit mittelst Ziehens durch eine Lehre. Man er-kennt diese Herstellungsweise an der auffallend gleichen Dicke des-selben und an den durch das Ziehen in der Länge des Drahts ein-geritzten feinen Linien. Das in den Pfahlbauten vorkommendeBronzeblech, das durch seine gleichförmige Dicke überrascht,wurde mittelst des Hammers, vielleicht auch durch eine Art Wal-zung (?) hergestellt. Gefässe, Schilde u. s. w. aus Bronzeblechwurden an ihren Rändern dadurch verstärkt, dass letztereüber einen Bronzedraht geschlagen oder »gebördelt« wurden, einVerfahren, das heute noch im Gebrauche ist. Erhöhte Linien oderBuckeln trieb man mittelst des Stempels.

Ebenso geschickt war man auch im Ausbessern zerbrocheneroder mangelhafter Bronzegegenstände. So z. B. fand man in Cor-celettes am Neuenburger See ein Bronzeschwert, dessen Griff imGuss eine unganze Stelle erhalten hatte und durch Nachgiessen vonBronze ergänzt worden war 3 ). Aus demselben Pfahlbau besitztman ein sog. Doppelrasirmesser, von dessen zerbrochenem Griff dieBruchstücke vermittelst eines Bronzedrahts wieder an einander be-festigt worden waren' 1 ). Selbst das Lötlien scheint damals schonbekannt gewesen zu sein. Man fand nämlich, gleichfalls in Corce-

') Dr. Frhr. v. Bibra . Die Bronzen und Kupferlegirungen. Seite 134.ä ) Derartige Modelle von Ton fand man in Coreelettes am Neuenburg. See.Anthr. Corr. Bl. 1881. X. 129. Wahrscheinlich war auch das in Wangen gefundene(Seite 162) ein derartiges. Der Fundort befremdet aber, da Wangen die reinsteFfahlbaute der Steinzeit ist.

8 ) A. C. Bl. 1881. X. 128 und Gross, Les Protohelvctes PI. XI. 6.

') A. C. Bl. 1881. X. 128 und Gross, Les Protohelvetes PI. XIV. 8.