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Mondbilder und Sonnenräder.
berg 1 ) (K. Zürich). Das grössere ist von Sandstein von besondersschöner Form und geschmackvoller Ornamentirung, das kleinere istvon Thon. Selbst im westlichen Ungarn fand man bei Land-ansiedlungen der Stein- und Bronzezeit »Mondbilder«, alle ausThon; fast jedes mit vier Füssen , Sonnen- und Spiral-Ornament.Der eine Fundort ist beiOedenburg in Ungarn , der andere in der »Türken-schanze« von Lengyel (Comitat Tolna). — Ihre weitere Verbrei-tung geht auf die Insel Santorin (Thera) im iigäischen Meere, nachAegypten , Abessynien und an den weissen Nil. Bemerkenswerthist, dass die in Europa bekannten »Mondbilder« nur nördlich derAlpen Vorkommen, in den Pfahlbauten und Terramaren Oberitaliens aber unbekannt sind. Vermuthlich aber stehen die daselbst ge-fundenen Gefässe mit mondsichelartigen Henkeln 2 3 ) (ansa lunata)mit den »Mondbildern« in Zusammenhang. Auch ist hier an dieStierform-Verzierungen an den Thongefässen der Hallstattzeit inNiederösterreich , Krain , Böhmen u. s. w. zu erinnern. In letztereinLande kommen diese Gefässe gleichzeitig mit »Säbelnadeln« vor,von^denen man bekanntlich Exemplare auf dem Ilohenhöwen (imHegau ), im Pfahlbau Wollishofen u. a. 0. gefunden hat. (Seite 182,Anm. 1.)
Die sog. »Sonnenräder« kommen bekanntlich in allenBronzepfahlbauten vor, sie bestehen in der Mehrzahl in radförmigenAnhängern aus Bronze, in der Westschweiz auch einzelne aus reinemZinn. An anderen Orten wurden solche Sonnensymbole auch ausThon geformt; ein derartiges von 6,5 cm Durchmesser stammt z. B.aus dem Pfahlbau Stäffis“) am Neuenburger See (Museum inYverdon ), ein anderes aus dem von Wollishofen 4 * ). Von zwei imLac du Bourget 6 ) gefundenen ist das von der Station Gresine miteingelegten Zinnstreifen verziert; das von Chätillon hat ganz dieForm eines Wagenrads mit schöner vorstehender Nabe. Im Boden see wurden solche von Thon his jetzt nicht gefunden.
Fund liste der Thongefässe u. s. w. der Kupfer- und
Bronzezeit.
Am Bodensee befanden sich ausser der Station Sipplingen mitvereinzelten Kupfergegenständen noch 12 Bronzestationen, zu wel-
') J)r. M. Ilörnes. Die Urgesuh. des Menschen. Seite 27!) ff. mit Abbiklg.
s ) Montelius , la civil, primit. de l'Italie. Seite 117 ff. u. PI. 18 ff.
3 ) Auf meiner Studienreise im stildt. Museum in Yverdon skizzirt.
4 ) M. A. G. Bd. XXII. 1.
: ’) E. Chantre. Etud. paleoethn. dans le baHsin du IlliAne. Age du Bronze.