Buch 
Die Pfahlbauten des Bodenseegebietes / von E.von Tröltsch
Entstehung
Seite
243
JPEG-Download
 

Baurest« u. s. w. von Pfahlbauten.

243

Baureste: Pfähle, Artefakte: ausser Steinbeilen, Scherben u. s. w.ein Dolch von Bronze.

Literatur. Anzeiger für Schweiz . Alterthnraskunde 1876. I. 054.

S a m mlun g. P rauenfeld.

b) Auf der Landzunge zwischen dem Ueberlinger- undUnter-See (Bodanrück).

Mindli-See (Windlen-See), 1 St.mitK.u.Br. Areal? Ein Waldsee, 1,8kmnordöstlich von Markelfingen. Ausser Steingeräthen, Gefässsclierben,2 Ziernadeln von Kupfer und 1 Bronzedolch. Baureste: Pfahlwerk?Die Ansiedlung wurde von Domänen-Verwalter Walter entdeckt').

Literatur: M. A. G. IX. 34. Schnarren!). 36. 37. Sch. B. V. X. 09;Xir. 156; XVI. 89.

Sammlung: ltosgarten,

c) Nördlich des Bodensees.

Steinhäuser Ried, 1 St. Areal: 1,6 ha. Auch dieser Pfahlbauist ein Packwerkbau, aber im Gegensatz zu dem in Niederwil keinschwimmender, sondern ein feststehender. Derselbe liegt im sog.Steinhäuser Ried, Markung Reichenbach, O.A. Saulgau, auf einerder 3 früheren schlammigen Inseln des alten Federsees bei Buchau ,der einst bis hierher reichte, jetzt aber grösstentheils vertorft ist.Dieser Packwerkbau, 200 m lang, 80 m breit, wurde von HerrnOberförster Dr. Frank in Schussenried im Jahre 1875 entdeckt,sorgfältig ausgebeutet und über den Erfund eingehend Bericht er-stattet. Nach dessen Angabe war diese Wohnstätte derart angelegt,dass die untersten Ilorizontallagen des Ilolzwerks die eigentlichenWohnböden meist aus zweispaltigen Eichen bestehend, Spalt-fläche nach unten, direkt auf dem schon fertigen, wenn auch immernoch sehr weichen Torf zu liegen kamen. Die Stossfugen der einzelnenHölzer sind regelmässig mit geschlemmtem Thon wasserdicht untersich verkittet und es liegen bis zu 8 solcher Wohnböden und damitebenso viele Kulturschichten senkrecht, meist rechtwinklig wechsel-lagernd über einander. Zwischen den einzelnen Holzschichten be-fanden sich ausserdem noch Lehmlager von 0,07 bis 0,39 m Dicke.Das grösste Interesse aber bieten die beiden Wohnhäuser, derenGrundbau durch die konservirenden Säuren mehrfach vollständigerhalten ist. Dieselben sind gleichfalls rechtwinklig, unterscheidensich aber in ihrer übrigen Konstruktion von denen in Niederwil

) Von Interesse ist ein in der Kühe gefundener Schaalenstein, der einzigebis jetzt im deutschen Südwesten bekannte (Seite 85).