Buch 
Die Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden / von Robert Durrer
Entstehung
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212
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Engelberg.

Brustbild der Heiligen zu den Wolken emporhebt, wo ein Engel mit brennender Kerzeauftaucht. 6o a D mit S. Martin, der seinen Mantel mit dem Bettler teilt. 74 a S, indessen oberer Füllung S. Dominikus, in der untern S. Franziskus, den Vögeln predigend.90 b E mit einem in Felsen versteckten Heiligen, dem ein Engel Nahrung bringt.i05 b mit einem mit schweren Ketten gefesselten barfüssigen Heiligen (S. Lienhard?), vorwelchem eine Frauengestalt kniet. iog a Initial D(omine exaudi). Der verschränkteblau-rote Buchstabe steht auf quadratischer Unterlage, der Sockel mit den goldenenLettern ist grün und hellblau. Die Darstellung auf dem Goldgrund des Ovals zeigt die Be-stattung der h. Katharina durch die Engel, vom Körper der Heiligen fliessen Oel-brunnen in unterstellte Goldschalen, im Hintergrund erscheint der segnende Christus,ihr himmlischer Bräutigam (Fig. 99). I2 5 a in einem D die Zürcher Stadtheiligen Felix,Regula und Exuperantius 1 ).

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fig. 98. Aus dem Wurmsbacher Psalter, Cod. 113 S. ioh und 11a.

Der Künstler weiss mit einfachen Mitteln anschaulich zu schildern und verfügtüber viel Gefühl im Ausdruck, beherrscht aber dabei die Form in beschränktem Masse.Die Zeichnung ist verschwommen, und auffallend sorglos sind die Extremitäten behandelt.Die Modellirung erfolgt durch Verstärkung der Grundtöne, darüber durch tiefschwarze,spitzige Federretouchen und durch weisse Lichtränder, die sich ganz unbestimmt mitder Farbgrenze decken. Wie im Figürlichen so äussert sich auch in den seltsam ver-flochtenen und verschränkten Buchstaben und in deren oft loser und unmotivirter Ver-bindung mit phantastischen Tiergebilden das Fehlen konstruktiven Gefühls. Dafür ent-schädigen vollauf die koloristischen Vorzüge. Auf dem schimmernden Goldgrund erzielen

') Das Buch stammt demnach vielleicht aus dem Zürcher Predigerkloster. Wie ein Eintrag überdie Translation der Gebeine des sei. Abtes Adelhelm im Jahre 1611 (vgl. oben S. 129 Anm.) beweist,befand sich das Manuskript zu Anfang des XVII. Jahrh. bereits in Engelberg .