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Die Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden / von Robert Durrer
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Engelberg .

Gesimses über den Flügeln versetzt worden. Sie haben die Form durch-brochener gotischer Chörlein; vorne schliessen sie mit einem geschweiftenDoppelbogen ab, der auf kräftigen, in der Hohlkante mit Blattwerk ausge-setzten Pfeilern liegt, und mit Fialen und krausem gotisirendem Schnörkel-werk bekrönt ist.

Das Glöcklein im Dachreiter der Kapelle zeigt den Cruxifixus, dasWappen des Abtes Jakob Suter mit der Jahrzahl 1582 und die Umschrift:« Selig sind die das wort gottes hörend und das behaltend» J ).

Die Glasgemälde dieser Kapelle wurden 1841 ebenfalls verkauft 2 ).

Zwei Ölbilder an der Rückwand des Schiffes sind einzig wegen derStifterwappen von «Hr. Joseph Küster des Rats und Seckelmstr. und FrauJohanna Hächi (=Häcki) s. Hsfr.; Baltzer Ignaci Küster und Fr. Maria Do-rothea Waser sein Egeml. 1717» zu notiren.

Die Kapelle S. Jakob im Espen (oder Espan, richtig Eschbann) am Ein-gang des Tales, hart an der Landstrasse, wurde an Stelle eines abgegangenenBildhäuschens vom Kloster und Tal gemeinsam errichtet. Abt Plazidus Knüttellegte am 15. Juli 1646 den Grundstein und weihte am 26. Juli 1648 den Bauzur Ehre des Apostels Jakob des Ältern 3 )

Eine rundbogige, 3,35 m lange, 3,9 m breite, mit Kreuzgewölbe undgeschweiftem Dache versehene Halle legt sich vor den Eingang. Das 5,45 mbreite, 7,56 m lange Schiff ist ebenfalls mit einem doppelten, flachen Kreuz-gewölbe bedeckt. Ein hübsches aber neuestens grässlich bemaltesGitter aus verschlungenen Rundeisenstäben schliesst den runden Chorbogen.Das polygone, gewölbte Chörlein liegt um zwei Stufen erhöht.

Der hübsche Altar aus schwarzem Engelberger Marmor mit Alabaster-verzierungen trägt die Aufschrift: « S. IACOB PROFLIGATOR PRiESTI-GIORVM 1648» und die farbigen Holzfiguren des Titularpatrons, des h. Josefsund der h. Anna selbdritt, und im Giebel die mit der Tiara bekrönte Halb-figur Gott Vaters. Das Altarwerk erinnert in Aufbau und Technik sehr andie 1647 datirten Marmoraltäre in der Kirche von Stans und muss wohl dergleichen Werkstätte zugeschrieben werden.

An den Wänden des Schiffes hängen zehn stark übermalte aber ikono-graphisch interessante Ölbilder von F. T. Kraus aus dem Jahre I704 4 )- Siezeigen im Vordergründe je einen im Kloster besonders verehrten Heiligenoder Seligen, und im Hintergründe Szenen aus dessen Legende. Neben S.Benedikt und S. Scholastika, S. Jakob, S. Eugenius, S. Floridus und S. Plazida

J ) 2 ) Aufzeichnungen von P. Adalbert Vogel.

3 ) Rotulus fundationis . . . Sacelli in Espan, Stifts-A, F und Straumeyer , Annal. III. S. 439.

4 ) Der Maler F. T. Kraus, der Hofmaler des Abtes Joachim Albini, ist nicht zu verwechseln mitseinem berühmteren Namensvetter, dem 1706 gebornen Franz Kraus, der in Einsiedeln als Architekt undMaler tätig war.