Fliieli-Ranft.
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Solche Rosetten, die von unerschöpflicher Abwechslung in der Erfindungzeugen, stehen auch in den länglich-rechteckigen Kassettenfeldern der Deckedes Schiffes. Ihre Ausführung ahmt die Einlagetechnik nach, ist aber in derFarbenskala reicher, die Holztöne um ein stumpfes Rot, um Blau, Hellgrün,Ocker, Hellgelb und Deckweiss vermehrt. Proben der prächtigen Motivezeigt Fig. 127; die Anordnung ist aus Fig. 128 ersichtlich. Die Wappen inden vordem Feldern weisen auf das Land Obwalden (D. L. O. W.), die bereitserwähnten Stifter PfarrerZimmermann (H. I. Z. C.
4. W.) und SeckeimeisterRorer (H. S. C. R.), undwahrscheinlich auf denVerfertiger des Werkeshin. Man könnte versuchtsein, dessen Initialen M.
H. C. B. G. mit Rücksichtauf das Wappen, dasin weissem Felde aufgrünem Dreiberg einenblühenden Rosenbaum,daneben Winkel undHammerzeigt,in «MeisterHans Caspar Baumgartner > aufzulösen. Doch kann ich eine solche Persön-lichkeit urkundlich nicht nachweisen.
Der Plafond ruht auf einem reichen Gesims mit brauner Deckplatte,grüner Platte mit rotunterlegten Zahnschnitten, schwarzem, mit ausgesägtenOrnamenten belegten und mit Triglyphen gegliedertem Fries und rotem,mit schwarzem Kugelband verziertem Architrav. Die rot-vveiss-blau-gelb ge-fiederten Konsolen tragen auf roter von blauen Trägern gestützter Deckplatterot-weisse vasenartige Aufsätze (Fig. 129) 1 ).
Das Brustgetäfer des Schiffes ist ganz einfach; in seine rundbogigenFüllungen sind 19 Leinwandbilder eingelassen, von denen diejenigen derSüdwand Szenen aus der Bruder Klaus-Legende, jene der Nordwand solcheaus dem Leben S. Karl Borromeos behandeln. Die Bilder sind inhaltlich nichtuninteressant, und die Komposition geht vielleicht in das XVII. Jahrhundertzurück 2 ); sie sind aber 1820 — laut Aufschrift vom Maler J. Andreas Hei-mann — völlig übermalt worden 3 ).
*) Ich verdanke Hrn. W. Möschlin an der Kunstgewerbeschule in Basel und den Schwestern dert Frl. Bücher, Zeichnungslehrerin in Luzern die freundliche Überlassung farbiger Detailaufnahmen vonder Decke und dem Getäfer der Flüelikapelle.
2 ) 1648 scheinen sie nach den Akten des damaligen Kanonisationsprozesses noch nicht vorhandengewesen zu sein.
3 ) Der erstere Zyklus zeigt 1. Die Vision des Turmes; 2. Bruder Klaus im Feldlager; 3. Bruder
Fig. 12g. Gesims und Kassettenumrahmung von der Decke imSchiff. (Aufnahme von Möschlin.)
U.Jmi