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Die Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden / von Robert Durrer
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271
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Flüeli-Ranft.

271

7. «Probst und Capittell der wirdigen Stifft S. Leodegari zu Lucern vffdem Ho off A° 1617». Zu seiten der Schrifttafel links das behelmte Stifts-wappen mit den drei schwarzen, schwäbischen Löwen in Gelb und demPfauenstutz-Zimier, rechts der Luzerner Schild. Im Mittelfeld der tronendeS. Leodegar in weissem Unter-, blauem Obergewand und rotem, faltigemSchultermantel; auf dem Haupt ein schwarzes Birret. Die gelbbehandschuhteRechte hält er lehrend empor; auf dem Schoosse liegt ein aufgeschlagenes Buchmit den Worten: MAGNIFICAT ANIMA MEA DOMINVM ET EXVLSPIRITVS MEVS IN DEO SALV. Zwei blondgelockte Engel, der eine inder Dalmatika, der andere im Pluviale, halten zur Seite des Sessels Stabund Inful. Im Hintergrund der Ausblick auf eine Säulenhalle. Über demabschliessenden Rundbogen der französische Lilienschild. In den ZwickelnS. Benedikt und die Enthauptung des hl. Mauritius.

8. «Oberster Rudolff Pfiffer Ritter Paner Hupttman (sic!) der StattLucern Fürstlicher Durchlücht von Lutlingen (sic!) Gurdi (sic!) Oberster derEidtgnosen 1619 >. Unten in ovalem Lorbeer-Rahmen links das Vollwappender Pfyffer mit dem Ritterkreuz von Jerusalem und dem Pilgerzeichen vonS. Katharina; rechts ein gevierteter und mit einem Herzschildchen belegterSchild mit dem Wappen seiner fünf Frauen: Katharina Feer, KatharinaKlauser (w. Windspiel in r.), Barbara von Hertenstein, Salome Hessi vonGlarus (g. Lilie von vier g. Sternen begleitet in bl., g. umrahmtem Feld) undBeatrix Segesser. Im Mittelfeld erscheint die Halbfigur des vor einemKruzifixe betenden Karl Borromeo, in den seitlichen Kompartimenten der h.Abt Leonhard mit den Handschellen und der h. Blasius mit brennender Kerze.Die feinen Zwickelbilder sind in Grisailmanier ausgeführt mit spärlicher Ver-wendung von Silbergelb und zeigen wiederum S. Leonhard als Mönch, einenGefangenen aus dem Stock befreiend, und S. Blasius, dem eine Frau mitbittender Geberde ihr nacktes Kind entgegenstreckt, während ein anderesWeib ihm die wunderwirkende Kerze reicht; neben dem Heiligen der Wolfmit dem Ferkel im Maule 1 ).

Zwei andere 51/40 cm. messende Scheiben befinden sich im Schiff. Ich haltesie ebenfalls für Zuger Arbeit, doch sind die beiden nicht von einer Hand 2 ).

Die erste trägt unten die Inschrift: «Hans Villiger der Zitt Vndervogtim Ampt zu Meyenberg im Ergöüw» und im Rahmen werk das Datum 1614.Daneben die knieende Stifterfigur in violettem Gewände mit kurzem Schulter-

*) Vgl. Petrus de Natalibus Cat. Sanctorum. Ausg. Lyon 1508, Fol. lv.

2 ) Die beiden Scheiben sind in die grossen Glasgemälde eingefügt, mit welchen anlässlich der Re-stauration von 1883 das Schiff der Kapelle verunziert wurde, und die zum Allerscheusslichsten gehören,was man sich auf diesem Gebiete denken kann. Glücklicherweise ist die übrige Restauration bessergelungen, insbesondere die Fortsetzung der Deckenmalereien in der Verlängerung des Schiffes ist rechtgut durchgeführt.