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Schweizer Militär vom Jahr 1700 bis auf die Neuzeit / A. Pochon und A. Zesiger
Entstehung
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„militarische Gesellschaft der Pförtneren“ nennen sich die erstern selbst nach ihrem Uebungs-platz an der Kronenporte in Zürich . begründet 1713 wollten sie eine Pflanzschule militärischenbeistes sein und den jungen Bürgern belegenheit geben, sich außer den jährlichenMusterungen zu drillen. Sie suchten dies zu erreichen, indem sie sich militärischorganisierten und alljährlich ein größeres Schlußmanöver abhielten, zu dem sich dannauch Freiwillige vom Land gesellten. Ein recht gutes Zeugnis von ihrem Eifer geben dieNeujahrsblätter, die sie von 1744 herausgaben, neben denjenigen der äitern Feuer-werkergesellschaft, die schon seit 1686 erschienen. Die Pörtler-Grenadiere trugen einebesondere uniform, die wir aus Beschreibungen kennen, und ein undatiertes kunstlosesBildchen von ungefähr 1740 zeigt uns neben den Pörtlern noch drei andere Grenadiere,darunter einen sogenannten „blauen“ von der Kompagnie, die GrenadierhauptmannNots in Fluntern um jene Zeit gründete und auf eigene Kosten mit dunkelblauen, denroten der Pörtler ähnlichen Mützen verfah. — Seit 1467 hatte Winterthur sein eigenesHeerwesen, ähnlich wie Stein a. Rh., und die zwei Stadtkompagnien sind die Burger-miliz unter dem Befehl des Stadthauptmanns und eines Mitglieds des Rats. 1762erhielten sie Uniformen, die erste Kompagnie gleiche wie die Pörtlergrenadiere von Zürich ,nur statt der Kappen weißbordierte Hüte, die zweite dunkelblau und rote wie die Artillerie.Zur Landmiliz stellte die Stadt ein Kontingent von 52 Mann in die erste Freikompagniedes Winterthurer Quartiers.Wie schon angedeutet, erließen Bürgermeister und Räte der Stadt Zürich auf den22. Februar 1770 die „Militär-Ordonnanz für die Land-Miliz der Republik Zürich “, dieerste gedruckte Organisation. Als neue größte Einheit führte sie die Brigade zu fünfRegimentern ein, im Frieden von einem Generalinspektor befehligt. Für die ganzeInfanterie wurden Regimentsstäbe eingesetzt, so daß bei einem Auszug nur nochdie Bataillonsstäbe zu bilden waren. Die Infanterie bildete nach wie vor 20 Regimenteroder Quartiere; wenn eine Kompagnie stärker als 150 Mann ist, so soll eine über-Bählige gebildet werden. Bis 1788 kamen auf diese Weise 48 überzählige Kompagnienzustande, von denen zwei wieder aufgehoben wurden. Jedes Bataillon hatte eineFahne und blieb genau gleich wie seit 1713. Die Kavallerie dagegen zählte 16Kompagnien in 8 Schwadronen, von denen jede eine Standarte hatte. Als poll-ständig neue Waffe wurden 4 Jäger- oder Scharfschützenkompagnien nach bernischemMuster errichtet. Die Artillerie wurde durch eine besondere Ordonnanz vom 27. Juli1775 auf 2 Frei- und 6 Ordinari-Kompagnien festgesetzt. Die Kompagnie zähltebei der Infanterie 106, der Artillerie 112, den Dragonern 51 und bei den Jägern 108Mann. Ebenfalls neu war das Kommiffariat oder das Fuhrwesen, unter einem besondernGeneralinspektor stehend. Wie vor 1712 bestimmte man wieder 78 Mann ausschließlichfür den Dienst auf den Schiffen. Auch der Unterricht vermehrte sich, indem der Rekrut12 Tage lernen, und nachher der Soldat jährlich 4—6 Tage Dorfmusterung bestehenmußte, sowie alle zwei Jahre eine Haupt- und Generalmusterung und wenn er aufPiket kam, die piketmusterung. Ein Geschützen wären 1798 nach dem Inventar von 1777