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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von der H. Jungfrau Maria/ rc.

men/ sonderbahrlicher weiß von gan-zen Flecken/ Statt / und Landen ab-geteibcn. Der Hcydnische Artzt AcronAgrigentinus wird verehrt / und gelobt/daß er von der Statt Athen die Pcsti-lentz vertriben durch anzündung grosserFeürcn / damit der vergiffte Lufft ge-reiniget wurde. Vil grosserö Lob istMaria wehrt / auch der Krancken Heyl;dann unser GOtt / den die Heilige Ma-ria uns gebohren / ist das brennendeFeur/ welches alles Gisst/ und Bö-ses verzehret/ ist auch das bewehrtesteMittel wider alle Pestilentz/ und Giff-.trge Seuchten.

Lasset uns unserer Churfürstin ei-nen Cippum oder Weegzerger aussse-Marialic, tzen/ an dem zusehen Maria Salus infir-bet die morum , der Krancken Heyl: daß sieverborgne / und den Artzten unbekänte/Marsche», alte / und langwirige Schäden / undKranckheiten mit einem Wort/ in ei-nem Augenblick/ auf daß glückseligstegeheylet hat. Menecrates weil erheimliche Kranckheiten / besonder innernSacrum , das heilig Feur / geheylet ;zwange er seine Patienten/ undKran-cken/ daß sie sich hnifüro seine Diener/und Leibcygen sein verheissen müßten /und ihn für den Jovem erkennen / wel-cher doch entlich sich selber nicht heylenkönte. Maria das Heyl der Krancken/welche nicht allein eine sonder alleKranckheiten ( als sich bißhero erregt)heylen kan/ begehrt kein andere Be-soldung / dann daß ihre Patienten/ undCurierte/ GOttcs Gnad/und Barm-hcrtzigkeit erkennen/ auch seine getreue' Diener / und K inder wühlen seyn. We-gen ihr eygner Ehr/ undTitul/ undwie hoch die Menschen Kinder sie hal-ten/ und achten/ist sie wenigoder nichtsdarum sorgfältig. Weil ihr KindJE-sus der höchste/ und gerechtigste Rich-terist.

Lasset uns unser AUerheiligsten einTriumph-Bogen bauen mit disemLob:Maria er. Maria Salus infirmorum, Maria derifbiget vom Krancken Heyl: weilen sie den TodtT°tt. auf den Hals getretten/ und disem ab-scheulichen Thier den garauß gemacht/auch ohnzahlbahre Menschen von demTodt erlediget/ und den Verstorbenenin mancherley weiß das Leben wider zu-gebracht. Der Aesculapius / wie diealte Heyden dichten/ soll den Hippo-litum / der sein Kopfs an Steinen zer-stossen/ vom Todt wider zum Leben er-weckt haben. Wie auch den Andro-genum Minojs Sohn/ den die Atheni-enser haben umgebracht. Aber wasseyn Zween / wann esia war were / ge-gen so vil tausend wie bey allen den be-ruhmftenGeschicht- Schreibernzulesen/welche die aUerhetligste Jungfrau Ma-

ria theils von augenscheinlichem Todterledigt/ und theils die Verstorbne vomTodt wider zum Leben erweckt? Schlies-sen also daß der Mutter aller Gnadeneben so leicht ist die Todten zu erwecken /und das Leben wider mitzutheilen/ alsdie Krancken zuheplen/ die Blinden zu *erleuchten/ dre Aussätzigen zu reinigen/die Lahmen/ und Krummen grad zu-machen.

Entlich lasset uns der K'änserin des Maria d«eHimmels/ und der Erden ihre Bild- M-nsthennuß mit ihrem allerliebsten Kindlein nachGSttJEsu auffrichten / mit Underschreibung: LMMaria Salus infirmorurri, Maria derKräncken Heyl: Wer sein Hoffnung /

Trost/ und Hilff nach GOtt nicht indich setzet/ sonder veracht/ und vernei-net dich/ dem wird es in diser/ und je-ner Welt übel ergehen/ und ewig anLeib/undSeelverderben. Der abersein Hoffnung/ Trost/ Hilff/ und Zu-flucht bey dir suchet / O Maria / derkan in diser Welt gefährlicher Schif-fahrt nicht zu gründ gehen/ vil minderin Ewigkeit verlohren werden; danndu bist jeder Krancken Heyl/ undflies-sende Quellen des Lebendigen Wassers.

Der Allmächtige GOtt verleyhe/ undrichte disen Lebendigen Bronnen / undWasser in grosser menge/ wie ein rau-schenden Bach zu unserer Leiber/ undSeelen Gesundheit? damit wir darangereiniget / erquickt / geheiliget / ja auchvom Todt zum Leben erweckt werdenmögen. Dann je Maria under den ManäHwJungfrauen die Glückseligste; under itjint.den Witwen die stärckeste z die gerreue-ste im Ehestand; die reineste in denPriestern ; die Glorwkirdigste in denBlutzeugen ; die Geistlichste in den '

Ordens - Leuthen; die schcinbahrste inden Engelen ; ein Königin bey allen.

Bey den Armen bist du die reicheste beyden Reichen bist du noch reicher/ dubist ein Ehr der Leiber/ ein Schatz derSeelen. Täglich sammlest dudreysig?sechzig / und hundert fältige Früchtenein : Du bist GOtt das angenehmsteOpsser / und ein rechter Tempel Got-tes ; die Welt wird durch dich über-wunden/ die Begierlichkeitausgeschla-gen; das Fleisch gedempfft; der leydi-ge Teuffel übergewältiget; IEsus deinliebes Kind geehret;GOtt versöhnet:

Seelig ist der Mensch so mit dir / unddurch dich in jene Welt/ und ewigeSeligkeit kommet/ dann dort wird erallezeit herschen. Da sehen wir/ mitwas unsere liebe Vorsahrer GOTT/und seine Mutter Mariam haben ver-ehrt/ und angeruffen. Derowegenlasset uns in die Fußstapffen unsererVorelteren schreiten/ GOttes-Handist noch nicht verkürtzet / GOtt/ und

Maria