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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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8 ViktorsLeichnanikommt genGenß l.u».b c. -a.

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Zqh»:en w'de»icfunden.

Und ihren txvi Gesellet. zz

statt besuchten. Dise Erfindung ge- da die HH. Thebeer begraben waren/schahe im 7- Jahr der Regierung- abgebrochen/ und geschlissen/ und deßmas Theodorici m Burgund / um das Fundaments Grub auf ein neues auf-fuhr-Christi 535« gethan wurde / fande man andere 37.

Cörper / deren alle Fuß gegen der Son-

s. Folgents um das Jahr 8c>v. un- nen-Auffgang lagen/ welche mit Ver-gefährlich/ enveckteder liebe GOttsei- willigung Päpstlicher Heiligkeit Sixri

nen Geist, in der anseheulichen Frauen/ IV. Durch den Weych - Bischoffzu Lo-

und Römgin Berrrada/ so die Statt sanna theils in S. Ursen Münster/theilS

Solothurn lieb / und werth hctte / auch auch in der neu erbauten S. Petri La-gern/ und vil darinnen Hoff hielte: die pellen in den Creutz - Altar gelegt wor-

dann eiuEhegemahl Prpini Kömgsin denseynd. S. Ursi Heylthum aber/

Franckrcich/ ein Mutter deß grossen und Gebein / so ein Haubt/ und Füh-

KäysersCaroliwar/ tie erneuerte das rer diser 66. Thebeer war / ob man

alte Schloß zu Solothurn/ understun- gleichwohl jederzeit festiglich glaubet/

de sich auch S- Urso/ und seinen H. sie seyen zu Solothurn aufbehalten/hat

MitgesellcnzuLob/ und Ehr/ ein neu- man doch nicht gewüßt an welchem Orth

es Münster / und Kirch daselbst zubau- sie zu verehren / oder zusuchen wären:

en / welche nachmahls Boso Bischoff Und vermeint man solches mit sonderm

* , zu Losanua Anno 892. Geweyhethat. flerß von den Geistlichen geschehen zu-

Aufdise folgte Anno 937. Frau Ber- sein/ damit diser H. Ursus den Solo-

Burgund ta Hertzogs Burcharden zu Schwaben thurnern/ und Sttfft/ nicht wie St.

ttfind dce Tochter/ welche K'önigo Ruoolphideß Victor gen Genft/ entzogen wurde.

U'gcn andern zu Burgund Gemahcl/ deß Als aber im Jahr deß Herren 1519.

Rcli, namhaffren Königs Conrad«/ und der Der Chor - Altar im Münster abgebro-

qiiien. H. Kaiserin AdelheydsnatürUcheMut- chen worden/ war in demselben ein

ter/ und Käyfers Orroniö deß grossen steinener viereckenter Sarch gefunden

Schwiger gewesen ist. Nun drse mit eysenen äl'Iammeren beschlossen/ auf

Durchleuchtigste/und hochgelobte- welchem cingehaucn dise lateinische

n'.gin Berra hielte zu Solothurn Ih- Wort stunden :ren Wumenstand/ und hatte besonde-re Andacht zudem H. Märtyrer Urso/ f)

und semer H. Gesellschaffr/ von deren ' .

heiliges Lieben/ Marter/ und Wun- Fl. Severiana?.

verzeichnn hatte sie vil gehört. Dar-nach war sie aus Andacht mit grosser Als nun das Grab geöstnet wUr-B gierd entzündet/ an welchem Orth de/ waren Zweyer Perfohnen Leiberdoch solches fürtrefstiches Heylthum oder vtlmehr Gebein in Tüchern einge-machte gefunden werden; hette auch Wickler gefunden/ deren einer das Hauptein löbliche Gewohnheit dasselbe Orth gegen Auffgang der Sonnen/ auf des-zu besuchen/ an welchem das Heylthum ftn Streuen em silberer Ring in formnoch unbewußt verborgen lag. Da- emes Zedels mit lateinischen Wortensechsten erschine ihr offt ein besonderer stunde/ also lautend:

Glantz eines htmmelifchen Liechts/ und

empfände einen lieblichen Geruch / als Conditur hoc Sanctus tumulo The-von wolriechenden Rosen und Blumen: baidus Ortus,

war also von dem Geist GOttes getri-

ben/ das sie daselbsten den herrlichen Deß andern Haupt sahe gegen Ni-Schatz suchte; liesse derhalben graben/ dergang/ darbey lagen vil Jede!/ dieund fande sibenzehen H. Cörper/ hiel- man doch wegen der Aelte nickt mehrte das gefunden Heylthum in grossen kvnte Lesen. Asso falten etliche Ge-Ehren; und auß grossem Eyffer den sie lehrte ein solches Urtheil darüber/ daßgegen disen H. Thebeern trüge/ bau- Severiana ein edle Frau so S. UrsuSte/ und erweiterte sie das Münster zu bekehrt bette / den H. Ursum heimlich- Solothurn/ von Bertrada zuvor an- in das Grab/ so sie ihr bey Leb-Zeitengefangen / stifftete da ein Benedictiner herte lassen zubereiten / nach seiner Mar-Kloster / welches sie reichlich / und Herr- ter habe begraben / und auch befohlen /lich mit Rennten/ Gülten/ Zinß/und eben in demselbigen sich SevcrianamZchendcn / befreyet und begäbet. Die nach ihrem seeligen End zu begraben:gefundene H. Leiber aber hat sie in Andere vermeinen/ daß vil mehr derdas neu erbaute Münster in den hohen ander Cörper so bey S- Urso erfunden/S- Ursi Altar gelegt/ und einschließen seyen die H. Gebein S. Victors/ undlassen. seye der jenige zu Genff allein einer

K. Im Jahr Christi 147z. Als St. auß den Heiligen 66. Thebeer / daßPeters Ktrchlein/ so aufder Wallstatt/ wir lassen verbleiben.

P. F. Murer, Die H. Schweitz. E Zum

S P'krlCapcll wirbneu erbaut/und 17 . H,Leiber ge,funden.

S- UrjtHeyltyni»woesge.funden.,