Machet einBil den /und Lautengesund.
C 4 f. i.
Ziehet vonCoblentznach Zur«iach.
Zu Znrzachwar -schonder Christ»'cheCatholi'sthr Glaub/und einPrkircr.
z8 Von der H Jungfrau/ und Marterln Verena.
ihren Veruff grösser mit etlichen Wun-derzeichen: Dann es kamen übermah-len ril Krancke / und Presthaffte/ Blin-de / und Lame zu ihr / denen war siemit ihrem Gebert behilfflich / und hey-lete sie. Einsmahls begab sich / daßein arme Frau zu ihr käme/ die trügeihren Sohn auf den Achseln/ weil erBlind/ und Lam war/ legte den zu ih-ren Füssen/ sprechend ; o du heiligeJungfrau/ ich bitte dich durch die Lie-be deines GOttes/ du wollest dochbey ihm erwerben / damit meinem Sohngeholssen werde. Da Antwortet dieHeilige Verena sittiglich/ was begeh-rest du daß ich ihm helffe ? die Frauaber; Ach daß er sehend werde/ undgehen könte/ dann ichs die länge nichtmehr herum tragen kan. Da wurdedie Heilige Jungfrau zu grossen Mit-leyden beweget/ erbahrmet sich ihrer/und nach dem sie die Frau wohl getrö-stet/ tratte sie beyseits / legte sich mitaußgespanten Armen auf die Erden /bittet GOtt flehentlich um Besserung/und Gesundheit deß armfeeligen Kinds:welche GOtt abermahl ihres Fürbittsgnädig bewehrt / sintemahl dem Kindsein Gesicht gegeben / und hat auftechtaufden Füssen angefangen zugehen.
Da Sie aber bey Coblcntz auchgrossen Zulauffund Ubertrang von denKrancken / und allerhand Anligen ley-denden Leuthen hätte / wegen ihres hei-ligen Lebens und guten Wohns; ge-dachte sie von bannen zuziehen : und indem sie von Coblentz verreisete / erreich-te sie ohngefähr den Flecken Zurzach;dann Sie berichtet wurde / daß Chri-sten da seyn / und die Christliche Reli-gion werde allda ungehindert grübet.Eben da fande sie ein Kirchen (zu Eh-render allerheiligisten Jungfrauen/ undMutter GOttes Mariä erbauen) wel-che sie andächtiglich besuchte / und ge-dachte/ weil sie von weiten Landen da-hin kommen / ihr Vatterland / und al-les verlassen / also einig / und nunmehrlang in den unbekanten Landen umhe-ro gezogen; Es wäre allbereit Zeit/ einOrth zu erwöhlen / in dem sie ihrer Pil-gerschaffl ein End erreichen mochte; deß-wegen sie GOtt den Allmächtigen treu-lich batte / wann es zu seinem Lob / undEhr/ auch ihrer Seelen Seeligkeit die-nete / wolle ihr die milte Gnad erzeigen /daß sie diß Orths ihr Pilgerfchafft voll-kommlich / und in Gnaden ende. Nachvollbrachtem Gebert/ käme eben einPriester in diese Kirchen / sein Gotts-drenft da zuverichten/ und die heiligeMeß zuhalten ; da trüge S. Verenaein Gefäß mit Mein in ihren Händen/und wartet biß zum End deß Gotrs-
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diensts / opfferte den Wein bey dem Al-tar auf/ bettet mit grossem Verlangen /damit sie an diesem Orth bleiben körlte:Auß Göttlicher Vorsehung / nach vol-lenter Meß / gieng der Priester zu ihr/fragte woher sie kommen? und auß wasUrsachen sie in diesen Landen wäre ?weil er sie gleich für ein Außländischeerkennt; Ja Ehrwürdiger Herr sagtesie: Ich bin auß ferrnen Landen hieherkommen/ auß der Statt Thcbaa/ diein Egypten ligt; Die Ursach aber mei-nes Ankommens ist / daß ich bin einBlutsverwandte deß heiligen Moritzender Thebäer Obersten / beyneben binich auch von Christlichen Eiteren geboh-ren/ mit dieser Legion über Meer gezo-gen/ die heilige Oerther zu besuchen/und zu verehren / und so es GOtt gelie-bet hätte / die Marter - Cron zu erlan-gen : Weil es aber dem lieben GOttanders gefallen/ und nicht nach mei-nem Wunsch / und Begierd ergangen /so bitte ich gantz demühtiglich/ ihr wol-let mir günstig gestatten allhie GOttzu dienen biß zum Abschied meiner See-len. Darauffantwortet der Priester:Ist diß euer Gemüht / und Willen / denihr mit dem Willen GOttes vereiniget/jhme/ und seiner geliebten Mutter Ma-ria zu dienen/ so verbleibet bey mir /umder LiebeGottes / und der SeeligenJungfrauen Mariä willen / will ich euchsovil zu lieb thun / als in meinem gerin-gen Vermögen seyn wird / und euch ge-nügsame Underhaltung zu kommen lasse.Diß Christlich anerbieten / nähme S.Verena mit sonderm Danck an / undverbliebe also bey dem GottseeligenPriester / lebte in Gottsforcht / und An-dacht / nicht allein wie zuvor / sonder jemehr und mehr zunemmend. Der Ur-sachen der benannte Priester ihr alleswas er in seinem Gewalt hätte/ undvermöchte / zu verwalten übergab ; des-sen sie sich emsig auch angenommen /damit der Priester von zeitlicher Ver-waltung / und Haußgeschäfften befrey-et/ und entlediget/ GOtt dem Her-ren desto andächtiger dienere.
DerPrikster em»
prangt S.Verenam /
besraqk siewas »rsachiund warum
ffeallhero
kommen.
Nimmt T.Verenamiu sich / wutrauet ihrseinqantzHaußwr«,ftn.
Nahe bey dem Rhein wäre ein alte Ca p-zerstöhrte Statt / vor zeiten von den *
Römern erbauen / welcher Anzeigungnoch heutiges Tags zusinden / und zu se- ©. Verenahen ist. Än diser wäre neben andern be- erzeigt denwohnten Häusern / den armen Leu-then/und sonderlich den Siechenauch ein m trBehausung eingegeben. Weilen danndie heilige Verena je / und allwegen eingrosses Mittleyden zu den Armen ge-habt / und ihnen bestes Fleiß zu hülffkommen / nicht allein mit Gut / undleiblicher Fürsehung / sonder Morde-test auch mit ihrem Gebett / und Gott-
seeli-