®- Verenawird beyden, Prie.ster fälsch-lich der Un-tern angc«den.
Wem wird« Lauqcn»erenderr.
Von der H. Jungfrau / und Marterln Verena. zs
seeligen tröstlichen Ermahnungen (dannwer nicht kan mit Gelt / und Gut /thue es nur Rath / und Trost / nachdem Ebenbild diser Seeligen Jung-'frauen ) darum gieng sie alle Lag zuden Armen / Presthafftcn > und Sie-chen Menschen / waschete von Ihnenden Unrarh ab / und pflegte ihnen be-ster weiß und Massen / so vilsiekönte:säuberte ihre Häupter / verbände jhreGeschwür / und erhielte sie nach vermö-gen / trüge ihnen auch essen / und trinckenu / nach norhturffr / mit grosser Freund-ichkeit / und Freud deß Hertzens. A-ber der Ertzfeind aller Menschen / wel-chem die Demuth ein Pein / die Barm-hcrtzlgkcit ein Stachel / und Dorn /könre solchen Seeligen Fortgang / undÜbung diser Heiligen nicht leyden /gäbe derhalben einem schalck-und boß-hafftigcn Menschen in sein Hertz / daßer die heilige Verenam bey dem Herrenverleumte/ und verunglimpffete; mitvorgab bey dem Priester / daß sie seinHaußhalrung untreulich verwalte /undnit wohl Hause weil er vffrmahls gese-hen / daß sie alle Tag zu den Siechenhinaus sich verfüge / deßgleichen auchzu andern Bettlern / und Lürfftigen /trage ihme Brodt/ und Wein/ neben an-dern was er vermögen aus dem Hauß/und bringe es den Armen / solle seineSachen besser in acht nemmen : derPriester wolle aber seinen Worten nichtglauben geben / biß er endlich von demDiener gleichsam gezwungen wurde /selbst an der Strassen ( da sie müßtefürüber gehen) den Augenschein einzu-nemmen. Darüber begab es sich / daßS. Verena disen beeden in die Handgienge / und von dem Priester angespro-chen wurde / wohin sie gehe/ und wassie bey sich trage ? Beantwortete siesich / zu den armen Leuthen/ wolle ih-nen dienen / und pflegen / deßwegentrage sie in disem Geschirr Laugen. DerPriester begehrt zusehen / ob deme also/und solches nicht villeicht Wein wäre; alser aber den Krug aufgemacht / sahe eroben hero Kohlen herum schwimmen /und daß sich die Röthe deß Weins inbleiche Laugenfarb hätte veränderet /und gar kein Weingeruch daran zuspüh-ren: darüber entsetzt sich der Priester/und ersckracke sehr / merckte daß ervorrdem Neydischen Knecht betrogen / stei-lere ihr das Geschirr mit Zittern widerzu höchlich um Verzeyhung bittend.Die heilige Verena verzeyhets ihme9«r leichtlich / und willig disem aber /ihnen fälschlich / und boßhafftigerWerß darzu beredt / und angeführet /sagte Hje / werde wegen seines hals-starugen verstockten HertzenS die Thatnicht also hingehen / wird auch nicht
können sterben / biß die Augenscheinli-che Zeichen an seinem Leib befundenwerden: deßgleichen werden alle seinesGcschlechts Nachkommen ohne sicht-barliche Zeichen an ihrem Leib nicht vondiser Weit abgehen. Dise Weissa-gung wurde alsbald erfüllet / danngleich / so bald er wider mit dem Prie-ster nach Hauß kommen/ erblindete di-ser Knecht / und wurde von fallendemSiechtag berühret / darmrt er die Zeitseines Lebens behafftel: und zwar ernicht allein / sonder auch alle / welcheseines Geschlechts waren / könten nichtsterben / es hätte sie dann GQtt zu-vor heimgesucht mit etlichen Presten tund Plagen an ihrem Leib / als einerverblindet an Augen / der ander Laman Glidern / einer Stumm/ ein ande-rer wurde Hörloß / Krum / Taub tund Unsinnig / einer gieng ttn Feur /der ander im Wasser zugrund : Wiedann heitere Zeignuß vorhanden/underst kürtzlich diß Geschlecht gar abgan-gen. Der Priester aber gieng auchheim / und da er zu seinem Kasten /Kammer / und zu seinem Keller kam /befunde er alles häusfig / und mehrals überflüßig.
Auf ein Zeit im Anfang der Fasten/als mehr gesagter Priester allen Ge-schmuck vonsich thete / darunder auch eingüldenes Ringlein mit einem Edelge-stein/ welches er S. Verenä zu verwahrtgab/auch sie solches fleissig m einKästlein
» en/ weil aber der Gottlosen kcmime ein anderer schalckhaffugerBoßwicht / deß vorgemelten Knechtsverwandet/ vertrüge emsondern Wi-derwillen wider S. Verenam/ suchteUrsach / und Gelegenheit sie bey disemPriester in verdacht zubringen; darumentftemte er den Rmg : als hernachder Priester nach dem Ring fragte /inrrffe er ihn in den Rhein: da dessendie seelige Jungfrau Mangel befunde /thäte sie nichts dann Weinen/ undSeufftzembatte GOtt Tag/ und Nacht/er wolle den Ring wider an Tag kom-men lassen; hierauf begab es sich / daßdie Fischer eines Tags auf dem Rheingefahren/ ihrer Nahrung nach / zufi-schen/ da fiengen sie neben andern Fi-schen/ ein sehr.grossen Salmen/ wel-chen sie nicht willens unver einandernzutheilen/ sonderverehreren disen ebendem Priester/ dessen gedachter Ringgemessen/ der Priester nähme den mitDanck an / nnd liesse ihn durch die Fi-scher selbst in siücker zertheilen / in derentweydung finden sie in ocm Magendeß Fischs den verlohrnen Rmg, da-rüber sie sich etwas enti* ‘>tc n / mt't V r-wunderung / daß em Fisch dergleichen
folk
GrosseSkroffuberden falsche»Ankläger.
Cap s.
Ein aride,rer wirfft.ein Ringauß Miß-gunst inRhein-
Der Ringwird widergcfwidc».