Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Cnp. ii.4 *

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Item einrdle Frgu-

4-L Von der H Jungfrau/ und Marterln Verena.

dem Vatter das 5^önigrcich Burgundangetrctten/ und Regiert hat.

Herlnännus ein Hertzog in Schwal-ben/ nach dem er sich mit Reginilvaeiner königlichen Persohn vermahlet/und beyde ohne Leibs - Erben vil Jahrbeysammen gewöhnet hetten; haben sieverlobt zu St. Verena zuziehen/ nachdisem Gelübd/ ist der Königin imSchlafffurkommen/ als ob sieeinweis-.se Tauben in ihrer Schooß hielte: di-ses zeigte sie ihrem König ; welcherdarauß beschlossen/ das GOtt ihnenBarmhertzigkeir erzeigen werde/ undbald darnach gebahre sie ein Tochter /weiche nicht allein mit besonderen Sit-ten/ und Tugenden begabt wäre; son-der'wurde auch also auferzoqen/ daßsie ihre Eltern mit Gottssorcht / undGeistlichen Eyffcr/ und Wandel sehrerfreuet hat.

Andermahlen begab es sich daß einedle srau im Elsaß/ lange Zeit ihremEhe gemahel beygewohnt/ aber ohneLeibs - Erben. Deßwegen wohinsie ihr Haab / und Güter verschaffensotten / auch in Zweifel stunden. Ka-men zu raht ein Gelabt zu St. Ottiliazurhun/ als solches ins Werck gestelt/und vernchtet worden/ empfienge/undgebahr die Frau ein Tochter/ darabdie Frau wenig erfreuet; dann sie einMännlichen Erben darfür gehoffet het-re. Hielte derwegen mit ernstlichemGebett bey S. Ottilia um noch einandern Erben an ; gebahre aber daraufwider ein Tochter/ ab welcher die Fraueben so wenig/ als ab voriger erfreuetwurde: liesse doch nit ab mit ferrne-rem Bitten bey der HJnngfraucnumein Manns - Erben anzuhalten. Nachdem sie aber-die dritte Tochter gebahr/und übler als zuvor deßwegen zufriden/auch darüber erkranckete/ und sehr be-kümmert wurde: da erschine ihr in di-sem Zustand die H. Jungfrau Ottilia/zu ihr sprechend: waß betrübst/ undkümmerst dich vil / warum bist du sokleinmüthig ? was du von mir begehrt/und ich von GGtt erhalten können /hab ich gethan: Aber die Gnad habich nir daß ich dir Sohn erwerbe/dochist ein andere H. Jungfrau mit Nah-men Verena/dise hat solche Genad.Ab dem die Edle Frau wohl getrost /ihres Herren Priester gefragt: wo dochgenannte Jungfrau begraben/und ver-ehret werd ? da wisen sie dise aufZur-zach : darauf sie mit ihrem Herren dorthin gezogen/ S- Verenä Begrabnußbesucht/ rhr Opster alldaaufgeopfferer/und ihr Gebett verrichtet: von bannenwider nach Hauß sich begeben. Bald

darauf hat die Frau von ihrem Herrenempfangen/ und ist auf einmahl mitzween Söhnen erfreuet worden / mitFrolockung/ und Verwunderung man-niglichs/ GOTT / und der H. Jung-frauen Verenä um ertheilte Wohl-that Dancksagend:

Auf ein Zeit fiel ein grosser theildeß Münsters/ und Kirchen S. Ve-rena durch feuchte deß Wassers zuhauftfen/ dardurch der Zugang zu dererGrab abgeschnitten worden/ also istdurch einen Probst ( die alte Bücherhaben Abt) Zu Zurzach gerahten/ undanbefohlen worden; man solle solcheFundament-Stein/ welche vest/groß/und zu solchem Gebäu tauglich / undwehrhafft sein mögen/ herbey schaffen ;auf daß versammleten sich die Zurza-cherJnnwohner/ welche nochgedachten/daß zu Coblentz ein grosser haustenStein undersuncken waren/ giengenderohalben hin / schreyen zu vorderst /um Göttliche Hilff/ und beystand de-müthig an/ damit solches'vorhabendesWerck ein erwünschten Fortgang gewin-ne / und da sie disem nach zum Rhemkamen/ trugen sie die Stein mit gargeringer Mühe herauß/ solcher gestalt/was sonsten zwaintzig Mann von derErden nicht erheben möchten/ oder be-wegen ; daß thatten ihrer fünss/ odersechs / darumen sie alle GOtt Danck-bahr waren/ und lobeten ihn/ und S.Verenam wegen ihres grossen Ver-dienst/ und also wurden die Steinglücklich gehauen/ und in den Grundbesagter Kirchen gebracht.

Eins Jahrs zur Erndzeit geschahees daß der Rhein um Zurzach also anWasser zunähme / daß die Felder inder ebne/ und die Thäler/ auf wel-chen das liebe Getraid stunde/ der,Massen überschwemmet: daß man sichder Cnnsammlung der Früchten gantzentschlagen bette/ da wenden die be-trübte Jnnwohner sich zu der Ruhe-statt / und Begräbnuß S. Verenä /flehentlich bittend/ daß sie ihnen beyGOtt erwerbe / damit sie der Fruchtennicht beraubt werben/ und derer zuzeitlicher Nahrung/ und Auffenthal-tung gemessen mögen. Nach demsie vom Gebett aufgestanden / und mitCreutz / und Fahnen auf das Feld hi-nauß giengen/ in ordentlicher Proces-sion / S. Verenä Heylthum mit sichtragend / und derer Fürbitt innstän,dig anrüstend/ da hat der gütige GOttseine Gnad wider Vätterlich erscheinenlassen/ und zusehent ertheilt. Dannalsobald vor männiglichen Augen ver-luhre sich das Gewässer wider in den

Rhein

Ein stritt,häuf wirdglücklich zuihrem Kir«chen bäumgrfundm/mu angr«njtitö.

Cip. 12.;?

Der Auß«stich wirdohn sthavettvon denFrüchtenab-ewrn»'

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