Cnp. ii.4 *
©rjKjtrtcfctHermannHeriwq inSchwatzn.
r
Item einrdle Frgu-
4-L Von der H Jungfrau/ und Marterln Verena.
dem Vatter das 5^önigrcich Burgundangetrctten/ und Regiert hat.
Herlnännus ein Hertzog in Schwal-ben/ nach dem er sich mit Reginilvaeiner königlichen Persohn vermahlet/und beyde ohne Leibs - Erben vil Jahrbeysammen gewöhnet hetten; haben sieverlobt zu St. Verena zuziehen/ nachdisem Gelübd/ ist der Königin imSchlafffurkommen/ als ob sieeinweis-.se Tauben in ihrer Schooß hielte: di-ses zeigte sie ihrem König ; welcherdarauß beschlossen/ das GOtt ihnenBarmhertzigkeir erzeigen werde/ undbald darnach gebahre sie ein Tochter /weiche nicht allein mit besonderen Sit-ten/ und Tugenden begabt wäre; son-der'wurde auch also auferzoqen/ daßsie ihre Eltern mit Gottssorcht / undGeistlichen Eyffcr/ und Wandel sehrerfreuet hat.
Andermahlen begab es sich daß einedle srau im Elsaß/ lange Zeit ihremEhe gemahel beygewohnt/ aber ohneLeibs - Erben. Deßwegen wohinsie ihr Haab / und Güter verschaffensotten / auch in Zweifel stunden. Ka-men zu raht ein Gelabt zu St. Ottiliazurhun/ als solches ins Werck gestelt/und vernchtet worden/ empfienge/undgebahr die Frau ein Tochter/ darabdie Frau wenig erfreuet; dann sie einMännlichen Erben darfür gehoffet het-re. Hielte derwegen mit ernstlichemGebett bey S. Ottilia um noch einandern Erben an ; gebahre aber daraufwider ein Tochter/ ab welcher die Fraueben so wenig/ als ab voriger erfreuetwurde: liesse doch nit ab mit ferrne-rem Bitten bey der HJnngfraucnumein Manns - Erben anzuhalten. Nachdem sie aber-die dritte Tochter gebahr/und übler als zuvor deßwegen zufriden/auch darüber erkranckete/ und sehr be-kümmert wurde: da erschine ihr in di-sem Zustand die H. Jungfrau Ottilia/zu ihr sprechend: waß betrübst/ undkümmerst dich vil / warum bist du sokleinmüthig ? was du von mir begehrt/und ich von GGtt erhalten können /hab ich gethan: Aber die Gnad habich nir daß ich dir Sohn erwerbe/dochist ein andere H. Jungfrau mit Nah-men Verena/dise hat solche Genad.Ab dem die Edle Frau wohl getrost /ihres Herren Priester gefragt: wo dochgenannte Jungfrau begraben/und ver-ehret werd ? da wisen sie dise aufZur-zach : darauf sie mit ihrem Herren dorthin gezogen/ S- Verenä Begrabnußbesucht/ rhr Opster alldaaufgeopfferer/und ihr Gebett verrichtet: von bannenwider nach Hauß sich begeben. Bald
darauf hat die Frau von ihrem Herrenempfangen/ und ist auf einmahl mitzween Söhnen erfreuet worden / mitFrolockung/ und Verwunderung man-niglichs/ GOTT / und der H. Jung-frauen Verenä um ertheilte Wohl-that Dancksagend:
Auf ein Zeit fiel ein grosser theildeß Münsters/ und Kirchen S. Ve-rena durch feuchte deß Wassers zuhauftfen/ dardurch der Zugang zu dererGrab abgeschnitten worden/ also istdurch einen Probst ( die alte Bücherhaben Abt) Zu Zurzach gerahten/ undanbefohlen worden; man solle solcheFundament-Stein/ welche vest/groß/und zu solchem Gebäu tauglich / undwehrhafft sein mögen/ herbey schaffen ;auf daß versammleten sich die Zurza-cherJnnwohner/ welche nochgedachten/daß zu Coblentz ein grosser haustenStein undersuncken waren/ giengenderohalben hin / schreyen zu vorderst /um Göttliche Hilff/ und beystand de-müthig an/ damit solches'vorhabendesWerck ein erwünschten Fortgang gewin-ne / und da sie disem nach zum Rhemkamen/ trugen sie die Stein mit gargeringer Mühe herauß/ solcher gestalt/was sonsten zwaintzig Mann von derErden nicht erheben möchten/ oder be-wegen ; daß thatten ihrer fünss/ odersechs / darumen sie alle GOtt Danck-bahr waren/ und lobeten ihn/ und S.Verenam wegen ihres grossen Ver-dienst/ und also wurden die Steinglücklich gehauen/ und in den Grundbesagter Kirchen gebracht.
Eins Jahrs zur Erndzeit geschahees daß der Rhein um Zurzach also anWasser zunähme / daß die Felder inder ebne/ und die Thäler/ auf wel-chen das liebe Getraid stunde/ der,Massen überschwemmet: daß man sichder Cnnsammlung der Früchten gantzentschlagen bette/ da wenden die be-trübte Jnnwohner sich zu der Ruhe-statt / und Begräbnuß S. Verenä /flehentlich bittend/ daß sie ihnen beyGOtt erwerbe / damit sie der Fruchtennicht beraubt werben/ und derer zuzeitlicher Nahrung/ und Auffenthal-tung gemessen mögen. Nach demsie vom Gebett aufgestanden / und mitCreutz / und Fahnen auf das Feld hi-nauß giengen/ in ordentlicher Proces-sion / S. Verenä Heylthum mit sichtragend / und derer Fürbitt innstän,dig anrüstend/ da hat der gütige GOttseine Gnad wider Vätterlich erscheinenlassen/ und zusehent ertheilt. Dannalsobald vor männiglichen Augen ver-luhre sich das Gewässer wider in den
Rhein
Ein stritt,häuf wirdglücklich zuihrem Kir«chen bäumgrfundm/mu angr«njtitö.
Cip. 12.;?■
Der Auß«stich wirdohn sthavettvon denFrüchtenab-ewrn»'
i
*