Von der H. Jungfrau/ und Marterm Vercttü.
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Rhein/ daß noch Vormittag die nider-gesenckte Früchten sich wider aufgericht/als wann sie niemahls nidergelegen wa-ren. Erlangten also die guthertzigeZnnwohner ein gute reichliche Ernd.,
*. Es ist nicht genugsam zu erzehlen/
Em« welcher gestalt/ und mästen der All--KthS mächtige GOtt seine Ehr erhalt/ undwird das Lob seiner Heiligen befürderer -orsrrafft. dann als das Fest der Jährlichen Kirch-weyhung alda/ ein eygensinnigs/ boß-haffngs Weib nicht wolte Feyrlich be-gehen; und fienge an zu Spinnen (un-angesehen sie von andern Benachbahr-ten treuhertziq angesprochen/ und vonsolchemFrevel abzustehen ermähnet wor-den) achtere sie der Ermahnung im ge-ringsten nichts/ sonder sichre fort in ih-rem halsstarrigen Wesen. In demaber andere in das GOttshauß zu demKirchendienst gicngen ; komt under des-sen das Weib die fallende Sucht an /davon würd sie mit grossem Geschrey/und Schaum zu Boden gestürtzt / hiel-te doch under disem elenden Wesen inder lrncken die Kunckel/ in der rechtenHand aber die Spindel. Als nundas Geschrey in die Kirchen kommen /da würd ein grosser Zulauft deß Volcks/welches sich ihrer hertzlrch erbarmte ;trugen sie auf einer Bären gleichsamhalb Todt zu dem Grab der H. Jung-frauen / darzu käme zugleich die Prie-stcrschafft/ welche auch ihr Gebert zuGOtt für sie verrichtete: welches gnä-drg erhöret worden ; dann GOtt dar-auf sein Barmhertzigkeit/ und Genaderzeigt / und seynd die verstarrte Gli-der wider gelenck / und Gesund worden.Darüber vas Weib in sich selbst gan-gen über ihr verbrechen Reu/ und Leydgetragen; demüthig gebeicht/ und ge-büsset.
?. Ein Grass auß Franckenland/ an«Mf Haab/ und Gütern reich/ und wohl-fotofe häbig/ lebte lange Zeit im Ehestandsm Dienst ohne Kinder/ diser wurde zum öffternMachten, erinnert/ und ermähnet/ sintemahl erbegehrte Erben zubekommen/ solle zuZurzach St. Verenä Grab besuchen /lind da ein freywillig Opffer/ oder Ver-ehrung anbringen/ der Gras aber ver-achtete alles ; hielte sein Hohn/ gespött/Und gelächter darmit/ sprechend : dieWeiber seynd in ihrem Thun/ undLassen gebrächlich/ und schwach/ inKriegen nichts nutz. Eben also thätebesten Haußfrau / hette so wenig glau-ben an die Fürbitt der H. Verenä /als der Graf: ja sie redete underweil-len gar lästerlich von ihr ; deßwegensie von GOTT gestrafft/ und vomDonner erschlagen worden / haben al-p. F. Murer, Die 4>- Schwer«.
so ihr Leben gantz erbährmlich ohneErben geendet.
Ein Baursmann'vder Taglöhner/wolte etwann aus den Festag S. Ve-renä in den Wald allda Holtz zuma-chen / sich verfügen; die Benachbahr-ten erinnerten ihn deß Festö/ solle deß,wegen die Arbeit einstellen; welcher a-ber die guthertzige Ermahnung hindangesetzt/ hette dre Arbeit/ und Gewissdarauß in grösserem Werth / als demFeyrtag: Aber die Raach GOttes kä-me über ihn/ daß ihm die Händ der-massen erstarreten / die Axt ihm auchalso in den Händen aNhienge/ daß die-selbe Niemand abreisten könnte. Be-hub sich deßwegen sehr übel/ und müß-te groß Schmertzen außstehen / da etaber seine Sünv erkannt / und zu S.Verenä Grab geführt worden/ ist etnach der Mitleydenden Gebett zueselbigen Stund gesund worden.
Ein Gottseeliger Mann verlobte et-was zu Heyl seiner Seelen von seinemTheil/ und Erbschafft an einer MühlmGOtt dem Herren / und dessen treuenDiennerin S. Verenä; dises mißgon-nete ein heyloser Nachbaur dem Gotts-hauß/ grübe verwegen dem Mülbachsein Lauff ab / wolre den anderstwo hin-richten : bald aber darnach käme einsolche Wasserguß/ daß sie dem Miß-gönner sein gantze Wuhr zerriß / undmit völligem Gewalt den alten Laustwider suchte / und bekäme. Hierüberder armseelige Mensch die Straff Got-tes Augenscheinlich erkennt/ und sehterschrocken / die H. Jungfrau besucht?um Gnad/ und Verzeichung gebetten?und was er trutzlg/ und muthwilligetWeiß dem Gottshauß abgehalten /wolle er zweyfach wider erstatten/ wieer es auch gethan ; und darauf allesGlück/ und Heyl in seiner Mühle er-fahren.
Es reisete ein gewaltiger Herr durchZurzach/ und verblibe daselbst überNacht/ der hette under andern Die-nern einen/ so dem Priesterstand ge-hässig / und zuwider war; diser begehrtvom Meßner Wachs/ welches er ih,me nach vermögen gegeben; Er begehr-te aber je länger je mehr / also daß esder Meßner nicht geben könnte: darü-ber der gottloß Tropff erzürnet/ näh-me von S^ Verenä Grab alles Wachsdaß er befände/ und zöge mit solchemvon dannen : Morgens aber / als sichalle zu Pferd stelleren; wolle disergottlose Diener auch zu Pferd sitzen /stehle aber gähling von dem Pferd wi-der ab / und läge vor demselbe für Todd
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