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€6 Von dem heiligen Fridolin/
ten. In dise Landschafft zöge der H.Fridolin/ und Predigte das heiligeEvangelium treulich / bekehrte auchvil Underthanen / und under andernauch drse beyde Bruder Ursum/ undLandolffum- Ursus aber gewänneein sondere Liebe / und Anmuthung zuS. Fridolin wegen seines heiligen Le-bens. Als er aber vermerckt/ daßder H. Mann sich so embsig der Aus-richtung deß Stiffts zu Seckingen an-nähme / hat ihme die gottseelige Ar-Ursns der beit so wohl gefallen/ daß er auß gu-kandhnr tem freywilligem Hertzen dem Gotts-f frn, m c f hauß Seckingen alles sein Gut/ undbemKioster Einkommen / darzu auch den theil/ wel-Serkingen. chen er von seinem Bruder Landolffer-erben möchte / samt allen zugehörtenRechten/ und Freyheiten/ schänckte:Und damit solche Schanckungen seinewige Krafft hette/ liesse derselbige Ur-sus Brieff/ und Sigel aufrichten/ undalles nach gebührender Weiß vor Ge-richt bestätigen/ und konfirmieren /mit vorwissen/ und gutheissen seinesBruders Landolffs. Nun forderteGOtt Visen frommen Herren Ursum außdisem Iammerthall zu den ewigen Freu-den ; aber.Landolff sein Bruder/ wie-wol er ein Christ / so wäre er doch vondem Gcitz verblendet / vergaffe seinerVersprechung/ und Treu/ so er seinemBruder Urso schuldig wäre/ machet da-rum dem heiligen Fridolin vil zuschaf-fen / fordert ihn für das Weltliche Ge-richt / setzte sich wider das anfgerichteTestament/ begehrte den andern theilder verlassenen Gütern/ die sein ver-storbner Bruder Ursus/ dem Gotts-hauß Seckingen Mündlich/ und Schrift-lich / vermachet/ und zugeeygnet Hüt-te. In Summa was GOtt/ unddem Gottshauß mit allen Rechten zu-gehörte/ daß wolte Landolffus mit ge-malt zu sich ziehen/ und besitzen. Al-so müßte der gedulrige Fridolin aber-mahl das Creutz tragen/ mit dem zeit-lichen bemühet zusein/ und vor denweltlichen Regenten m t>cn% Rath an-gesprochen/zum Rechten beruffen/undbefragt werden. Aber was d.er hei-lig Fridolin fürwande/ und mit Brief-fen bestätigte/ möchte ihm zum Rech-ten nicht helffen ; Er könnte dann mitZeugen beweisen / daß Ursus die Erb-tz schafft dem Bruder entzogen / und demKloster geschenck habe.' Dises Auß-spruchs war der Mann GOttes zusri-den/ in Hvffnung/ der wahre/ ündrechte Rrichter GOtt der Allmächtigewerde ihm auß der Noth helffen/ dieangefochlne Wahrhett an den Tag brin-gen / und seine Widersacher mit ihremeygncn Schwerd schlagen. Es be-gehrte aber der heilige Mann von dem
Richter/ daß derselbig ein gewisse Zeit/und Orth anstelle zu dem zukünfftigenUrtheil/ und Rechtstag / da beydeTheil sollen zusammen kommenDasgeschahe/ und würd der Ort/ und derTag bestimmt. Darauf zöge derheilige Fridolin gen Glarus/ daftlbstener ein Kirchen erbauet hatte / in wel-cher gemelter Ursus etlich Monat langbegraben läge / dasselbige Grab liesseer ihm eröffnen/ mit fester Hoffnunggegen GOtt/ der zugleich über die Le-bendigen/ und Toden herrschet/ undbey dem allesmöglichist im dem Himel /und auf Erden ;.da stunde nun derheilig Fridolin / und ruffte unerschro-cken zu dem verstorbnen / und begrab-nen Landherren Urso ; Stehe auf in <§. Fru-dem grossen Nahmen GOttes/ kvM- lin erwecketme herfür/ und seye mein Zeug/ daßdu mir dein Gut frey gegeben/ undgeschenckt hast. Wunderbahrlich istes zusagen/ vil wunderbahrlicher aberwäre es anzusehen / daß der kahle K opff/und die blossen Gebein auß dem GrabHerfür kämmen/ sich aufrichteten / undsichtbahrlich vor jedermann da stunden;also daß niemand an seiner Aufferstand-nuß zweifflen könnte. Disen Todennähme der H. Fridolin in sein rechteHand / und führte ihn über sechs gros-se teutsche Meil / nehmlich von Glasrus biß zu dem Dorff Rranckweil/ dannallda befände sich der obgemelte Rich-ter / und besässe das Königliche Land-gericht an dem bestimmten Tag / undOrth / wie hievor geordnet ward.
Allda befände sich auch der LandherrLandolffus mit seinen Gönnern/ wel-che die Gerechtigkeit begehrten zuumdertruchen. Als nun die beyde Par-theyen gegenwärtig waren / wendet sichder tode Cörpel Ursi zu seinem Bru-der Landolffo / und sprach mit HellerStimm mein Bruder Landolffe / wa-rum hast du mich nicht in meiner Ruhegelassen/ und hast mein Seel beraubenwollen der Gnaden/ welche ich jetztempfahe / daß ich mein Gut an dasKloster Seckingen geben habe ? Ab di-ser Red ward der Landolffus sehr er-erschrocks/ und in seinem Gemüth verän-dert / gäbe ihme solche Antwort: LieberBruder jetzt gibe / und stelle ich dirgern dir deinen theil zu/ und will mei-nen theil auch zu grösserer Ehre GOt-tes / und deß Gottshauß Nutzen/ undWollfahrt dargeben / und schencke hjc-mit diß Land Glarus dem GottshaußSeckingen. Nach dem bäte Landolf-fus den heiligen Fridolin / er wolte ih-me verzechen/ was er wider ihne ge-handlet hette/ und GOtt den Allmäch-tigen bitten/ daß er ihne auch zu Gna-den aufnehme und seine Sund verzey>
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A Frido.Zerren