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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Vyndem heiligen Hymnio/ Beichtiger/ und Einsidler. ?<t

Unheylstifftete: Undweildarwider keinMenschlicher Rath/ noch HilffvondenAbgöttern / welche die Jnnwohner ver-ehreten/ vorhanden; wurde ihr Königauch ein Heid/ entlich gezwungen/ einAdeliche Bottschafft mit Brieffcn nachHierusalem zu dem Bischoff/ und Vor-stehern zusenden/ welche mit Verheis-jung wann sie disen schädlichen Vogelzwingen die Jnsul zuraumen/ Vieh /und Menschen unbeleydiget zulassen/ sowolle er König/ wie auch der JnsulJnnwohner alle das Heidenthum ver-lassen/ und zu dem Christlichen Glau-ben mit Mund/ und Hertzen sich beque-Ekoffer men. Ab diser Bottschafft / undHvmcm' Christlichem Anerbieten/ erfreute sichHierusalem nicht wenig; doch auß De-Glau« muth wolle sich niemand anerbieten / di-^ iumch» Bottschafft auf sich zunehmen/ undwider den Greiften zustrcitten. Hy-merius aber/ nicht aus Ubermuth/son-der GOttes Ehr zubefürderen/ undden wahren Catholischen Glauben zusteür/ und Bekrafftigung/ erbokte sichMit vestem Glauben/ und Demüthi-gem Hertzen vor dem Patriarchen / undPriesterschafft zu Hierusalem / die Reistmit deß Königs AbgesandenvollzubriN-gen/ und in GOrres Nahmen widerden Greiffen mit Geistlichen Waffenzufechten / bestreikten / und tröstlicher-rMoiif Hoffnung / überwanden. Nach be-

!p,nj# gehrtem/ und empfangnem Seegen/

fo» zöge Hymerius mit den Abgesanden in

dre Königliche Jnsul/ dessen Ankunjstso wohl dem König/ als allen Unver-thauen grosse Freud / und Frolockenvermsachere.

Und da S. Hymerius auf einenTag in mitte deß Volcks stunde / ih-nen oen Christlichen Glauben/ undJEsum verkündigte ; liesse besagterGreif sich aus seiner Holm durch dieSchroffen / und Felsen hinab gegen demVolck ; bewegte auch mit grausamengetöß seine Flügel/ als wolle er in dieVersammlung fliegen / mit solchem schre-cken / daß alle zu Boden stehlen. Hy-

merius aber von Göttlichem Seegen /blibe standhafftig / entsetzte sich ab demleydigen Vogel nicht; sonder machtegegen ihm das H. Creutz/ gebdttedemin GOttes Nahmen/ daß er ihm selbstmitseinemSchnabelden kleinestcnKMr-en von seinem Fuß abbisse/ und alldac p.* öuseiner Gedachtnußbinden ließ/ auch

von dünnen unverzüglich in die eussek-stb Theil deß Erdkreiß sich begeben sol-le/ an ein Orth/ so ihme GQtt ver-ordnete/ m dem er weder Vieh nochMengen schädlich sein möchte. DerGreM/ krafft S. Hymerij Gebells /und festen Glaubens / wie auch deßV. F. Murer j Die H. Schweitz»

^treibt

Zeichen des heiligen Creutzes/ bezwüN-gen/ laßt seinen Klauen fallen / undflöge mit grosser ungestümme von ban-nen/ wurde auch von der Zeit an nie-Mahlen mehr von den Jnnwohnern ge-spühret oder gesehen. Dessen sich allesehr erfreuet / weil ihr Todtfeind so ge-waltig von dem Heiligen ohn alle Waf-fen / überwunden war. Abdancktenden Heidnischen Aberglauben / und Ab-götterey ; der König samt den Under-rhanett wurden getaufft / in wahremCatholischen Glaubenunderwisen; auchdrey Bischöffm der gantzen Jnsul ver-ordnet/ dem Volck vorzustehen/ sie imGlauben zu unverrichten / und bestatti-gen. Auf diß nähme S. Hymeriusvon ihnen ein freundlichen Abfchid/undzöge milder Greiffenklauen wider Hie-rusalem zu/ welcher da mit Proccssion/und geistlichem Gesang / und Frolo-ckung der Brüder/ und Jnnwohnernempfangen worden/ und sein Nahmelvurde bey männiglich geprißen.

Diß Wunderzeichen / und besonde-re Gnad/ so in dem Heiligen leuchtete;Machte ihn so berühmt/ daßjederman-niglich em Lieb/ und Zuflucht zu St.Hymerio gewann: Entgegen aber wol-le er dem Menschlichen Lob/ und vil-faltiger Unruhe entweichen; nam vondem Patriarchen ein Abschid/ von demer einen Arm deß heiligen alten Simeo-Nts/ welcher Christum auf seinen Ar-men getragen/ samt andern denckwür-dlgen HeylthuM mehr / zu Verehrungempfangen ; dise hat er in deßgemeltenGreiffen - Klauen eingeschlossen / undmit dem Geleyvsmann Elberto seinemDiener/ sich wider über Meer inFranck-teich begeben. Da sie beyde ein gu-te Zeit herum gezogen / und eines A-bendö ein Berg angetroffen / densel-ben überstigen/ funden sie ein schönlauter BrönnleiN/ bey welchem sie ih-re Nachthcrberg geschlagen. DiserOrth wäre Cyrüiacumgenannt/ alldckvermeinte er seyn Wohnung zuhaben iAls er aber ihme/ unv seinem Diener/oder vilmehr Mtrqctthrden/ ein schlech-te Wohnung anfieng zu bauen/ unvUM Auffcnthaltung sich bemühete/wöl-ken ihn die grobe / und wilde Jnnwoh-ner nicht gedulten / da befähle S> Hy-Merrus -ein Norh/ Und Anligen GOttdem AUmächtlgrn / Betrete oie gantzeNacht andächtig: In solcher Andachthörere S. Hymerms bey M'tker Nachtein schönen , lieblichen Glockenklang /crweckete Elberrum seinen Gefehrdenauf zu horchen / welcher aber nichtskönnte^hören: über wenig StUnd-rete S. Hymerius solchen Klang wi-derum s bald das dritte mahl. Und

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Cap. 4 .

Zi'echt Wi sm übetMerk.

Hl'itt eliihimmlischGclrul^